26. Jahrestag von Tschernobyl

23. April 2012 | Veröffentlicht von Anti-AKW-Bündnis Aachen / ws

Aktion zum 26. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl

Am 26.4.86 geschah die Katastrophe, das Reaktorunglück! Seither ist nicht einmal die Hälfte der Strahlung des radioaktiven Cäsiums abgeklungen,

das Teile der Welt bis nach Westeuropa in Mitleidenschaft gezogen hat. Hinzu kommen noch weitere radioaktiven Stoffe mit Halbwertszeiten von bis zu 24 110 Jahren.

Das wiederum heißt – neben vielen anderen entsetzlichen Folgen: Zu den mehr als 300 000 Schwerstversehrten in der Ukraine und Weißrussland kommen täglich neue hinzu. Von dem jeweiligen Staat werden sie nicht anerkannt, weil das Geld, sie zu versorgen und zu „entschädigen“, fehlt. Kinder in der 3.Generation haben unter der Belastung durch die erhöhte Strahlung zu leiden und kommen mit gehäuften Missbildungen und Gesundheitsschäden zur Welt.

Das heißt – auch – in Bayern gilt weiter: „Auch 25 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl sind einige Tiere und Pflanzen derartig verstrahlt, dass sie nicht gegessen werden sollten. Vor allem Wildschweinfleisch und Pilze wie Pfifferlinge und Semmelstoppelpilze weisen die 3- bis 20-fache Belastung dessen auf, was dem Menschen noch zuzumuten ist“ (stern.de 3.4.2011)

26 Jahre nach dieser Katastrophe, 1 Jahr nach der Katastrophe in Fukushima plant die deutsche Bundesregierung dennoch mit am Bau eines Atomreaktors in Brasilien, indem sie eine 1,3-Milliarden-Bürgschaft vergeben will.

Weitere Bürgschaften für hochriskante Atomreaktor-Projekte in Indien, China, Finnland und Großbritannien sollen womöglich folgen, obwohl weltweit der Widerstand der Bevölkerung gegen Atomreaktoren stark wächst. Und das in Zeiten von Finanzkrise und knappen Kassen!

Darüber hinaus beliefert Deutschland 10% der weltweit laufenden AKWs mit Kernbrennstoffen aus der Urananreicherungsanlage in Gronau.

Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie äußerte erhebliche Zweifel am Willen der momentanen Bundesregierung unter Frau Merkel, den beschlossenen Atomausstieg und die konsequente Umstellung auf Erneuerbare Energien tatsächlich durchzuführen.

Auch der mangelnde Ausbau der Stromnetze und Stromspeicher-Kapazitäten ebenso wie die neue massive und ruinöse Bremse für die Solarfirmen sprechen leider dafür, dass die momentane Bundesregierung in erster Linie die Gewinn-Interessen der großen Stromkonzerne vertritt.

Am Samstag, den 28.4.2012 wird es zu den Plänen der Bundesregierung einen Informationsstand am Holzgraben geben. Interessierte Bürger haben dann die Möglichkeiten mit einer erneuten Willensbekundung in Form von Protestkarten Einfluss zu nehmen.

 


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