AKW-Tihange durch Anti-AKW-Gruppen bedroht?

8. August 2013 | Veröffentlicht von Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie / ws

Terrorwarnung am AKW-Tihange wegen Aachener Anti-AKW-Gruppe?

Unter der Meldung ‚Ungewöhnliche Wachsamkeit im Atomkraftwerk“ scheint das jedenfalls die Meldung der belgischen „Sicherheits“-Behörden an die Medien gewesen zu sein. Ein entsprechender Artikel erschien am 3. August in der belgischen Zeitung l’avenier. Inhaltlich ging es darum, dass ein leitender Beamter der Polizei aus Huy, Kommissar Lambert, angeblich von deutschen Behörden vor einer Bedrohung des AKWs Tihange von einer „kleinen Gruppe“ aus der Umgebung von Aachen gewarnt worden sei.

Die Warnung

Ob die Warnung konkret wer-was-wo-wovor war, ist der Meldung nicht zu entnehmen. Aber es ging ganz offensichtlich mindestens um eine unterschwellige Kriminalisierung von atom-kritischen Gruppen wie die des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie.
Gemeinsam mit belgischen Atomkraftgegnern beriet man sich über das weitere Vorgehen. Gibt es Gruppen in der Umgebung von Aachen, die eine solche Aktion durchführen würden? Oder wurde diese Meldung nur Seitens der belgischen oder deutschen Polizei bzw. sonstiger „Dienststellen“ zur Kriminalisierung von Atomkraftgegnern lancierte? Diese Frage mag überzogen klingen, aber es ist schon erstaunlich, wenn man die weitere Geschichte liest.

Die Reaktion

Schnell war das weitere Vorgehen innerhalb des Aachener Bündnisses klar. Es macht nur Sinn, sich aktiv an deutsche Behörden zu wenden und direkt zu fragen, ob diese Warnung wirklich durch deutsche Behörden ausgesprochen wurde. Die AKW-Gegner nahmen deshalb Kontakt zu folgenden Stellen auf:

  • Leitstelle der Polizei in Aachen
  • Landespolizei (LKA  NRW)
  • Bundeskriminalamt (BKA)

Das Ergebnis der Nachfragen

In allen Fällen war die Antwort: „wir wissen von nichts“. Besonders aufschlussreich waren die Aachener Kollegen: „Ihnen sei eine solche Warnung nicht bekannt. Es wäre aber auch nicht üblich, dass Aachen direkt Huy kontaktiert. Vielleicht gab es eine solche Warnung von der Bundespolizei, dem Landes- oder Bundeskriminalamt.“

Es war nichts

Mitglieder der belgischen Gruppe „Nucléaire stop kernenergie“ intervenierten ihrerseits, sodass am 5. August eine Korrektut in l’avenier erschien:„Androhung von Maßnahmen auf die Tihange: Es war nichts“. Zwar hat die belgische Zeitung hat damit ihre journalistische Pflicht getan, nämlich eine Falschmeldung wieder richtig gestellt. Aber da fehlt leider noch was:

Das Aachener Bündnis sucht weiter nach der Quelle der Terrorwarnung.

Es war offensichtlich eine Falschmeldung!
Aber die Meldung hat es nun mal gegeben und das Bündnis insistiert darauf heraus zu bekommen, wer die Quelle ist; wer so etwas in die Welt setzt. (Aus welchem Grund das gemacht wurde, wird man dabei vermutlich sowieso nicht erfahren können.)
Deshalb werden die AKW-Gegner, bei den belgischen Medien nochmal  genauer nachhaken, von WEM denn die ursprüngliche Warnmeldung stammte. Sie werden sie ja wohl kaum selber erfunden haben – und die deutsche Polizei will es nicht gewesen sein.
Vielleicht teilen die belgischen Medien doch noch weitere Details mit und man kann dadurch zukünftig bei solchen (bewussten?) Falschmeldung früher und gezielter den/die Denunzianten öffentlich bloßstellen!

Falls die kraz mehr erfährt wird dieser Artikel fortgesetzt – versprochen!


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