Andante an der Kante: 2015 im Rheinischen Braunkohlerevier

17. Mai 2015 | Veröffentlicht von

Musikalische Baggerblockade am rheinischen Braunkohletagebau 19.-24. August 2015

Andante-an der-KanteDer Widerstand gegen die Braunkohleverstromung verbreitet sich im mehr. Die kraz hatte bisher einen klaren Focus auf das AKW-Tihange. Wir sehen aber die Notwendigkeit, auch den WIderstand gegen deutlicher zu unterstützen. Deshalb berichten wir hier über eine originele Widerstandaktion im August:

Mit einer konzertanten Baggerblockade und anschließender musikalischer Nachtwache unterstützt Lebenslaute in diesem Jahr den Widerstand gegen den Braunkohletagebau im Rheinland. Wir werden konkret eingreifen.
=> Aktionstage Rheinisches Kohlerevier / Buir: 19. bis 24. August 2015

Andante-an der-Kante

Der Braunkohle-Tagebau und die sich anschließende Verstromung beeinträchtigen die Gesundheit, gefährden das Leben und verändern das Klima. Gemeinsam mit der Atomkraft ist es eine überholte Form der Energiegewinnung. Jede neue Betriebsgenehmigung und die Pläne zur Fortführung der Tagebaue bis 2070 verhindern die begonnene Energiewende.

In Deutschland gibt es vor allem drei Braunkohle-Abbaustellen

Die riesigen Reviere Lausitz (bei Cottbus/Hoyerswerda/Zittau, Konzern Vattenfall) und Rheinland (bei Inden/Garzweiler/Hambach, Konzern RWE) sowie das Mitteldeutsche Revier (Südraum Leipzig). Lebenslaute wird in diesem Jahr die im Rheinischen Revier geplanten Aktionen unterstützen.

Braunkohlefeinstaub ist giftig.

Er enthält u.a. Uran, Quecksilber und andere Schwermetalle. Beim Braunkohleabbau wird er aufgewirbelt, in den angrenzenden Kohlekraftwerken mit der Verbrennungsluft ausgeblasen und in den umliegenden Gemeinden verteilt. In den betroffenen Regionen trägt er maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei, die nicht nur in Deutschland eines der größten Umweltprobleme darstellt.

Tagebaue zerstören Lebensraum.

Hunderte von Quadratkilometern werden umgegraben, der Grundwasserspiegel der Region wird deutlich abgesenkt. Millionen von Bäumen werden vernichtet. Die Bergbaufolgelandschaft gefährdet die Wasserqualität. Im Rheinischen Revier wurden 40.000 Menschen zwangsumgesiedelt, um den Baggern Platz zu machen. Einige der Betroffenen leiden nachhaltig an diesen traumatischen Erfahrungen. Allein die Verbrennung der Rheinland-Kohle verursacht einen CO2-Ausstoß von 100 Millionen Tonnen jährlich. Das sind 10% der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Treibhausgase führen zu weiterer Erderwärmung, dem Anstieg des Meeresspiegels und der Vernichtung von Lebensraum weltweit.

Politik im Griff der Konzerne

Die großen Energiekonzerne und die kapitalistische Profitlogik haben die Politik fest im Griff. Deshalb verlassen wir uns nicht auf Lobby-Arbeit oder Wahlen. Nur eine Woche nach „Ende Gelände“, einer Massenaktion Zivilen Ungehorsams gegen den Braunkohletagebau (14.-16.08.15), wollen wir mit Orchester und Chor die vielen lokalen Initiativen unterstützen, die bereits seit Jahrzehnten gegen den Braunkohle-Wahnsinn kämpfen. Lebenslaute will am 23./24.08.15 mit einem Konzert einen der riesigen Bagger an der Abbruchkante blockieren und den Betrieb mit einer musikalischen Nachtwache stören. Wir fordern:
Sofortiger Stopp des Braunkohle-Tagebaus!
Dezentrale, komplett regenerative Energieerzeugung jetzt!
hier mehr dazu: http://www.lebenslaute.net/?page_id=1347

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