Schon wieder Antirassistische Ultras angegriffen

8. August 2012 | Veröffentlicht von Anne Waldgraf / ws

Politik ist Politik und Fußball ist Fußball. Oder etwa nicht?

In den letzten fünf Tagen gab es zwei Auseinandersetzungen zwischen Aachen Ultras (ACU) und der Karlsbande Ultras (KBU), bei denen auch Fans von Roda Kerkrade anwesend waren.

Unter den Angreifern sollen sich auch bekannte und organisierte Neonazis aus der Aachener Region befunden haben, sowie Personen, die der Aachener Hooliganszene zuzuordnen sind.

Nach Augenzeugenberichten provozierten Mitglieder der „Karlsbande“ die Aachen Ultras und griffen diese dann an. Dabei kam es zu erheblichen Personen- und Sachschäden.

Es gab am Boden liegende Personen, auf welche bis zu zehn Angreifern eingetreten haben sollen.

Weder Polizei noch Ordner waren vor Ort.

Nach Aussagen von Anwesenden wurde die Polizei zuerst nicht über der gefährlichen Situation zwischen den beiden Gruppen informiert. Als sie dann doch bei der Auseinandersetzung eingreifen wollte, war sie mit der Situation überfordert.

Nur ein Streit zwischen rivalisierenden Ultras Gruppen?

In der Fanszene wird der Konflikt zwischen den beiden Gruppen größtenteils nur als Streit zwischen zwei rivalisierenden Fangruppen wahrgenommen.

Dies entspricht aber nicht den Tatsachen. Die ACU engagieren sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus im Stadion. Sie dulden keine Nazis in ihrer Kurve.

Dagegen hat die Karlsbande den Ruf, deutlich nach rechts offen zu sein und Kontakte zu der militanten Naziszene zu unterhalten. Hier liegt wohl die Ursache, warum der Karlsbande das fortschrittliche Engagement der ACU ein Dorn im Auge ist.

Und von daher ist der Konflikt eindeutig als politisch zu verstehen – was leider die meisten auf dem Tivoli nicht erkennen wollen.

Artikel weiterempfehlen: