Auftakt zum „Friedenswinter 2014″

11. Dezember 2014 | Veröffentlicht von Walter Schumacher

Aktion in Aachen als Auftakt zum „Friedenswinter 2014

In Aachen haben am Mittwoch etwa 100 Menschen für Frieden und gegen die aktuelle Kriegshetze gegen Russland demonstriert. Nach einer Kundgebung startete der Demozug am Elisenbrunnen und kehrte nach einer kurzen Runde durch die Innenstadt dorthin zurück. Die Aktion wurde organisiert vom Bündnis „Friedenswinter Aachen“ (1). In den bürgerlichen Aachener Medien gab es – obwohl informiert – seit Tagen keinerlei Hinweise auf diese Aktion. (Zur Fotoserie siehe hier)

Die Beiträge

Neben kurzen Reden der Organisatoren waren die Hauptredner Pedram Shahyar (attac und Mahnwache Berlin) und Andrej Hunko (MdB der Linkspartei).
Shahyar schilderte eindringlich die Kriegsgefahr, machte in seinen Erklärungen aber sehr großen Rundumschlag. Spannend wurden seine Ausführungen über die Anwürfe, denen der „Friedenswinter2014″ und die Bewegung der Friedensmahnwachen“ ausgesetzt sind. (s.u. Schwierigkeiten …)
Hunko sprach über eine bisher wenig bekannte Resolution im USA-Kongress, die er als eine Art „Kriegserklärung gegen Russland“ sieht (siehe hierzu die entsprechende karz-Dokumentation). Er berichtete sehr konkret von seinen Erfahrungen seiner Reisen nach Russland und in die Ukraine in den letzten Tagen. Auch er betonte die große Gefahr, die durch das permanente Anheizen einer Kriegsstimmung in der BRD und der NATO entsteht.
Zwischen den Beiträgen gab es Musikbeiträge, wobei man die Gruppe „Celno&Gypsies“ besonders hervorheben muss, für die einige vorher unbeteiligte Jugendliche extra von der Bushaltestelle in die Elisenbrunnenrotunde eilten.
Mit dieser Friedensaktion sollte der kriegstreibenden Rhetorik gegen Russland seitens der BRD und der NATO in den letzten Wochen etwas entgegengesetzt werden. Alle RednerInnen waren sich bei dem Prinzip einig, dass Frieden in Europa nur gemeinsam MIT und nicht GEGEN Russland möglich ist.

Weitere Demo in Bochum am Samstag

Die Aktion wird am kommenden Samstag eine Fortsetzung erfahren: Es geht dann zu einer landesweiten Demo nach Bochum (siehe hier den Aufruf ). Diese ist wiederum eine von sechs Demos in der ganzen BRD zum gleichen Zeitpunkt: Alle werden die gleiche zentrale Botschaft haben: Schluss mit der Kriegstreiberei gegen Russland!
Die Aachener werden größtenteils gemeinsam mit dem Zug um 10:51 ab Hbf Aachen fahren (8,20€/Person).

Schwierigkeiten bei der Mobilisierung

Die gesamte Mobilisierung für diesen Friedenswinter2014 steht unter schwerstem Störfeuer (bewusst gewählter militärischer Begriff) sowohl durch die Mainstrem-Medien als auch durch diverse Strömungen innerhalb linker Organisationen.
Es schwirrt überall der Vorwurf herum, dieser Friedenswinter2014 sei „rechts“ bzw. nach „rechts offen“. Den Vorwürfen beziehen sich aber nicht auf konkrete Texte oder Aufrufe, sondern auf mehr oder wenig dubios Personen oder (esoterische) Ansichten. Als Kronzeuge hierfür geben sich Leute her, die beispielsweise in Aachen schon vor einigen Jahren den Aachener Friedenspreis gespalten und fast „erfolgreich“ zum Niedergang geführt haben.
Es herrscht auf Seiten der Mainstream-Medien der Wunsch vor, dass sich keine neue Friedensbewegung – und schon gar nicht eine mit einer jüngeren Generation – herausbilden soll. Es werden alle Tricks bemüht, um störend einzugreifen.

In Aachen haben diese Störfeuer eine fast zynische Ausprägung: einem Herrn Steinbicker steht in den Aachener Nachrichten (AN) eine Kolumne zur Verfügung, in der er die Denunzierung der neuen Friedensbewegung als „nach-rechts-offen“ ohne seriöse Beweise betreiben kann.
In der gleichen Zeitung wird – trotz entsprechender Presseinfos – die hier beschrieben Kundgebung weder zeitnah angekündigt noch am Tag danach über sie berichtet.

In der langen Geschichte der Friedensbewegung gab es immer ‚problematische‘ Mitmacher. Normalerweise hielten sich vernünftige Köpfe dann an die Devise: „Alle Aufrufe und Positionen mittragen, solange sie INHALTLICH korrekt sind. Falls dabei auch (möglicherweise) „falsche“ Leute mitmachen, ist das kein Grund abzutauchen“.

Siehe hierzu auch eine interessante Position der SL (Strömung der Linkspaertei)

Zum Thema „Störfeuer gegen Friedenswinter“ wird die kraz am Samstag einen weiteren Artikel veröffentlichen.

Die intellektuelle Vergiftung

Soo geht geschickte Propaganda: zuerst ein
Ein dickes Lob dem ‚Aachener Friedenspreises‘ für seine Preisverleihung vor 20 Jahren (1994)
und gleichzeitig
KEINEN Hinweis auf die HEUTIGE Demo der gleichen Organisation!

Am gleichen Mittwoch, an dem Abends die Demo stattfindet, erscheint morgens in den AN ein ganzseitiger, sehr positiver Bericht über den diesjährigen Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Und es wir hoch lobend erwähnt, dass dieser 1994 der Preisträger des Aachener Friedenspreises gewesen ist – Preisträger also genau der Gruppe (Aachener-Friedenspreis), die Mitveranstalter der (verschwiegenen!) HEUTIGEN Demo ist.
Diesen Zusammenhang nicht zu erkennen:

Ist das Blödheit? Ist das Zensur? Ist das Staatshörigkeit? – Oder nur eine komplette Unzulänglichkeit in der Redaktion?

 

(1) Aachener Friedenspreis, AK Nahost im AFP, Aachener Friedensforum, Antikriegs-Bündnis-Aachen, attac-Aachen, attac-Wurmtal, Euregio-projekt-Frieden, pax christi Aachen, Würselener Initiative für den Frieden.


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