Belgische Experten sehen weiteren Untersuchungsbedarf für die Risse-Reaktoren D3T2

20. April 2016 | Veröffentlicht von Robert Borsch-Laaks / ws

.. auch belgische Experten [befürworten] weitergehende Untersuchungen der Risse-Reaktoren

BMU-zu-Tihangeheute Morgen war es Top-Thema in den Nachrichten. Die BUM-Ministerin Hendricks fordert, dass Tihange 2 solange vom Netz soll, bis die Sicherheit wirklich nachgewiesen wird!
Was dort nicht vorkam, ist folgender entscheidender Satz: „Auf Initiative von Hendricks hatte am 5. und 6. April die neu gegründete deutsch-belgische Arbeitsgruppe zur nuklearen Sicherheit auf Expertenebene getagt und sich mit den Befunden in den AKW Doel 3 und Tihange 2 befasst… Im Ergebnis befürworten sowohl deutsche als auch belgische Experten weitergehende Untersuchungen, um die vorhandenen Nachweise zur Sicherheit abzusichern. Erste Vorschläge für ein weiteres Untersuchungsprogramm wurden von belgischer Seite bereits erarbeitet.“

BMU-BildDas heißt im Klartext: Die FANC widerspricht selber, ihrer Einschätzung vom Nov. 2015, mit der sie die Genehmigung des Neustarts durch Minister Jambon vorbereitet hatte. Wenn dieses Eingeständnis wirklich das Ergebnis der Konsultationen mit deutschen Experten war, dann ist das ein großer Erfolg des Aktionesbündnisses gegen Atomenergie mit seinem hartnäckigen wissenschaftlichen Widerstand und der Organisation eines Protestes, der auch auf bundesweiten politischen und fachlichen Ebenen nicht mehr zu ignorieren war.
Damit müsste eigentlich für jeden, der des logischen Denkens fähig ist, klar sein:

=>  T2 & D3 sofort vom Netz … dann können alle besorgten Menschen erst mal
aufatmen und in Sicherheit abwarten, was die weiteren Untersuchungen ergeben.

Wir sorgen dann gerne für die nötige Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in der Zwischenzeit.

Hier der ganze Text der PM des BMUB:

Pressemitteilungen Nr. 083/16 | Berlin, 20.04.2016
Reaktorsicherheits-Experten sehen weiteren Untersuchungsbedarf für Tihange 2 und Doel 3
Hendricks: Solange Untersuchung läuft, sollten AKW vorübergehend vom Netz

Vor dem Hintergrund einer Stellungnahme der Reaktor-Sicherheitskommission und Beratungen zwischen deutschen und belgischen Reaktorsicherheitsexperten bittet Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die belgische Regierung, die beiden AKW-Blöcke Tihange 2 und Doel 3 bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. In den Reaktordruckbehältern der beiden Anlagen waren Wasserstoffflocken gefunden worden.

Die unabhängige Reaktorsicherheitskommission (RSK), die von Hendricks um eine Stellungnahme gebeten worden war, kommt in ihrer Beurteilung der Sicherheitsreserven der beiden Reaktoren unter der Annahme einer Störfallbelastung zu dem Ergebnis, es gebe aus heutiger Sicht „keine konkreten Hinweise, dass die Sicherheitsabstände aufgezehrt sind. Es kann aber auch nicht bestätigt werden, dass diese sicher eingehalten werden.“

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Die unabhängigen Experten der RSK können mir nicht bestätigen, dass die Sicherheitsreserven von Tihange 2 und Doel 3 eingehalten werden können. Deshalb halte ich es für richtig, die Anlagen vorübergehend vom Netz zu nehmen, jedenfalls so lange, bis die weiteren Untersuchungen abgeschlossen sind. Ich habe die belgische Regierung um diesen Schritt gebeten. Er wäre ein starkes Zeichen der Vorsorge. Und er würde zeigen, dass Belgien die Sorgen seiner deutschen Nachbarn ernst nimmt.“

Auf Initiative von Hendricks hatte am 5. und 6. April die neu gegründete deutsch-belgische Arbeitsgruppe zur nuklearen Sicherheit auf Expertenebene getagt und sich mit den Befunden in den AKW Doel 3 und Tihange 2 befasst. Hintergrund der Beratungen sind die in den Reaktordruckbehältern der beiden Anlagen gefundenen Wasserstoffflocken. Im Rahmen dieser Sitzung wurden insbesondere die Antworten der belgischen Aufsichtsbehörde auf offene Fragen des BMUB erörtert.

Im Ergebnis befürworten sowohl deutsche als auch belgische Experten weitergehende Untersuchungen, um die vorhandenen Nachweise zur Sicherheit abzusichern. Erste Vorschläge für ein weiteres Untersuchungsprogramm wurden von belgischer Seite bereits erarbeitet. Das Bundesumweltministerium begrüßt die Initiative und ist bereit, das Untersuchungsprogramm gemeinsam mit den belgischen Experten auf internationaler Ebene zu begleiten. Die Verantwortung für die nukleare Sicherheit trägt die belgische Atombehörde und in letzter Instanz der belgische Innenminister Jan Jambon.

Hendricks: „Ich danke Belgien für die offene und konstruktive Art der fachlichen Auseinandersetzung mit den deutschen Experten. Es ist gut, dass die belgische Atombehörde weitergehende Untersuchungen durchführen will, wie das auch unsere Fachleute empfehlen.“

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