Electrabel sperrt Anfrageformular für deutsche (kritische?) Anfragen

23. Dezember 2015 | Veröffentlicht von Silke Martiné / ws

Electrabel ist für deutsche Anfragen nicht mehr erreichbar.

Auf der großen Stopp-Tihange-Kundgebung in Aachen wurde dazu aufgerufen (Bericht siehe hier), von Electrabel die Erstattung von Katastrophenschutzvorsorge zu stellen. Mehrere BürgerInnen haben das schon versucht und sind dabei auf Schwierigkeiten gestoßen. Sie haben das dem ‚Aktionsbündnis gegen Atomenergie Aachen‘ (AAA) mitgeteilt. Bei der Überprüfung musste das AAA dabei feststellen, dass auf der Electrabel-Seite in der Rubrik „Contact“ die deutsche Sprache zwar noch auswählbar ist – aber wenn man sodann auf „E-Mail“ und „Frage“ geht – nichts mehr geht!!!
Wählt man jedoch niederländisch oder französisch, klappt alles ganz wunderbar und man kommt zum Kontaktformular…

Was soll uns das nun sagen?

Deutschsprachige? Wer sind die denn? Interessiert uns nicht?
Oder positiv gesehen: Wir haben genug von deren Anfragen?
Oder zeigt uns dies, dass unsere (kritischen) Bemühungen Früchte tragen…….Sehr schön.

Also weiter: Dann würden wir doch mal sagen, benutzen wir das niederländisch- oder das französischsprachige Formular. Solange bis Electrabel ein Computerprogramm erfindet, dass die Eingabesprache erkennt und blockiert. Dann geben sie wenigstens ihr heiliges Geld für so etwas aus.

Electrabel will keine Kritik

Erst das Abschalten der Rubrik „Bewertungen“ auf Facebook (siehe Artikel hier), nun die Löschung des deutschsprachigen Kontaktformulars.
Was kommt als nächstes?
Aus dem deutschsprachigen Belgien oder aus Deutschland kommende Telefonate blockieren? Oder gar Straßensperren rund um die Zentrale mit „Befahren für Deutschsprachige unerwünscht“? Wir sind gespannt.
Electrabel fällt bestimmt was ein – aber uns noch mehr!!! Wir lassen uns unsere Meinung und Mund nicht verbieten! Meinungsfreiheit ist für demokratische Gesellschaften ein tolles Gut – das lassen wir uns auch nicht von Electrabel nehmen.

Intransparenz oder Inkometenz eines Strommarktführer?

Fazit: Dass der belgische Strommarktführer bestimmte Sprachgruppen blockiert, zeigt entweder mangelnden Transparenzwillen oder möglicherweise auch nur technische Inkompetenz. Beides wirft ein schlechtes Zeichen auf einen Konzern, der hoch-komplexe und gefährliche Anlagen wie Atomkraftwerke betreibt.
Im ersteren Fall könnten wir als ein Zeichen lesen, dass wir mit unserer Kritik auf dem richtigen Weg sind! Sonst würden sie uns ja einfach ignorieren, alles löschen und gut ist es. Anscheinend bewirkt unser Protest doch mehr, als mancher Skeptiker denkt!

Jetzt erst Recht! – Oder, um mit Frau Merkels Worten zu sprechen: – „Wir schaffen das!“ 

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