Demonstration: Bleiberecht für afghanische Flüchtlinge

2. Dezember 2016 - 16:00

Elisenbrunnen, Kaiser-Wilhelm-Platz 1

Solidaritätsdemonstration für die afghanischen Flüchtlinge in der Region Aachen

Keine Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan!
Keine Behandlung der Asylsuchenden aus Afghanistan als Flüchtlinge 2.Klasse!

In der Region Aachen gibt es viele Flüchtlinge aus Afghanistan. Sie haben es unter großen Anstrengungen und Gefahren aus dem Kriegsgebiet Afghanistan bis nach Deutschland geschafft, in der Hoffnung hier Asyl zu bekommen.
Aber leider müssen die afghanischen Asylsuchenden hier erleben, dass die Behörden sie so schnell wie möglich wieder abschieben wollen, weil es in Afghanistan „sichere Regionen“ gäbe.

Eine sichere inländische Fluchtalternative sei Mazar-i-Sharif, so behauptet es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)  in seinen Ablehnungsbescheiden. Auch in einem Lagebericht des Auswärtigen Amts aus dem vergangenen Jahr ist die Provinz Balch, deren Hauptstadt Mazar-i-Sharif ist, als eines der wenigen sicheren Gebiete Afghanistans aufgeführt (Monitor, Marz 2016).

Aber genau in Mazar-i-Sharif fand am 10. November 2016 der verheerende Anschlag der Taliban gegen das deutsche Konsulat mit 6 Toten und 120 Verletzten statt. Tasächlich ist Deutschland nach wie vor  Kriegspartei und soll unter anderem durch falsche Geheimdienstinformationen mitverantwortlich für den Luftangriff der US-Truppen auf Zivilisten Anfang November in Kundus gewesen sein, bei dem 32 Zivilisten ums Leben kamen.

Es gibt keine sicheren Regionen in Afghanstan

Es gibt keine sicheren Regionen in Afghanistan, wie die Bundesregierung behauptet. Nicht für die Menschen, die dort leben und erst recht nicht für Flüchtlinge, die in die Kriegszustände in ihrem Herkunftsland zurückgeschickt werden sollen.

In 31 der 34 afghanischen Provinzen wird gekämpft,  die Zahl der Binnenflüchtlinge in Afghanistan,  also Menschen, die innerhalb des Landes auf der Flucht vor kriegerischen Auseinandersetzungen sind, hat sich nach Angaben der UN von 2000 bis 20016 von 350.000 auf  1.500.000 erhöht. (PRO ASYL).

Alleine im ersten Halbjahr 2016 sind in Afghanistan 1.600 Tote und mehr als 3.500 Verletzte unter der afghanischen Zivilbevölkerung zu beklagen. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen im 1. Halbjahr 2016 so viele Zivilisten ums Leben wie nie zuvor seit Einführung der Statistik. (Südeutsche Zeitung, 12.11.2016)

Asylsuchende aus Afghanistan werden als Flüchtlinge 2.Klasse behandelt

Weil ihnen die „Bleibepespektive“ fehle, werden afghanische Flüchtlinge in Deutschland als Asylbewerber 2.Klasse behandelt: sie erhalten weder Deutsch- noch Integrations-Kurse, bekommen keine Arbeitserlaubnis und haben im Gegensatz zu anderen Flüchtlingen keine Möglichkeit die Sammelunterkünfte zu verlassen.

Das ist entwürdigend, die Asylsuchenden haben keine sinnvolle Beschäftigung, leben in ständiger Angst vor Abschiebung und sind tief enttäuscht, wie sie von den deutschen Behörden behandelt werden.

Kommen Sie zur Solidaritätsdemonstration für die afghanischen Flüchtlinge am

Freitag, den 2. Dezember um 16 Uhr am Elisenbrunnen, Aachen

  • Keine Massenabschiebung afghanischer Asylsuchender. Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland!
  • Faire Asylverfahren sowie einen sicheren Aufenthaltsstatus für Flüchtlinge aus Afghanistan.
  • Schluss mit der Behandlung afghanischer Flüchtlinge als Asylbewerber 2. Klasse: Afghanischen Asylsuchenden ist der Zugang zu Deutsch – und Integrationskursen zu ermöglichen – auch während der laufenden Asylverfahren!

Afghanische Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Aachen

ICAL