Führungsriege der RWTH will Studiengebühren

19. April 2012 | Veröffentlicht von Anne Waldgraf / jw

RWTH-Rektorat konservativer als die NRW CDU. Das leidige Thema der Studiengebühren.

 An diesem Dienstag, 19 April 2012, titelt die Aachener Zeitung: „Prorektor der RWTH fordert Studiengebühren“. So kommt niemand anderes zu Wort, als Aloys Krieg, der gegenüber der AZ äußert, dass die Hochschulen die Studiengebühren wieder bräuchten.

Mit dieser Meinung ist er an der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule nicht alleine. Ernst Schmachtenberg, Rektor an der RWTH, äußerte bei einer besuchten Sitzung des Studierendenparlaments, dass die Hochschule seit dem Abschaffen der Studiengebühren mehr Studierende verzeichne. Dies ist aber seiner Meinung nach nicht nur positiv, da die Hochschule nun eine Mehrbelastung habe, der nicht nachgekommen werden kann. Sein Rückschluss aus dieser Problematik ist: NRW brauche die Studiengebühren wieder. An dem Mangel der NRW Hochschulen ist nämlich das Land schuld, weil dieses ja die Studiengebühren abgeschafft hat. Nun könne jeder (mit der dafür nötigen Qualifikation, an der RWTH ist das die Allgemeine Hochschulreife,) sich einschreiben.

Es stellt sich die Frage, was wird von diesen beiden Führungskräften der RWTH gefordert oder welchen Rückschlüsse lassen solche Aussagen zu.

Elitenbildung statt Chancengleichheit

Geht mit diesen Forderungen nach Studiengebühren auch die Forderung nach einem zwei Klassen Bildungssystem Hand in Hand? Sollen nur noch junge Menschen an deutschen Hochschulen die Möglichkeit bekommen zu studieren, deren finanzieller Hintergrund das zu lässt? Sollen junge Menschen, die nicht die finanziellen Mittel von ihren Elternhäusern erhalten können, sich auf die höchsten Maße verschulden? Oder soll ihnen die universitäre Bildung verwehrt bleiben? Kann dann an dieser Stelle weiterhin von einer Chancengleichheit im Bezug auf die Bildung gesprochen werden und damit einhergehenden Möglichkeiten?

Die Aachener Zeitung lässt noch Margret Wintermantel zu Wort kommen. Auch sie ist eine Verfechterin der Studiengebühren, laut AZ. Sie führt an jener Stelle weiter aus: „Ich kann nicht verstehen, warum Menschen, die aufgrund ihrer qualitätvollen wissenschaftlichen Bildung später im Beruf gut verdienen, an den Kosten hierfür gar nicht beteiligen wollen.“

Auch hier stellt sich die Frage nach Chancengleichheit. Doch viel mehr drängt sich die Frage auf, mit welchem Recht Frau Wintermantel dies von der heutigen Studierendenschaft fordert? Hat Frau Wintermantel ihrer Zeit etwa Studiengebühren bezahlt? Warum fordert Frau Wintermantel nicht ein System, in welchem sie zur Kasse gebeten wird und die Hochschulen für ihre „qualitätvolle wissenschaftliche Bildung“ entschädigt? Oder profitiert sie als Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz nicht von dieser Bildung, welche sie an deutschen Hochschulen erlangt hat? So kann der Eindruck entstehen, dass die Präsidentin jener Konferenz mit zweierlei Maß misst. Was für sie damals und heute nicht gilt, gilt jedoch für die heutige Studierendenschaft.

Zurückhaltende Reaktion der CDU

Sogar die NRW CDU distanziert sich, trotz jahrelanger Befürwortung der Studiengebühren, von einer Wiedereinführung. Diese Aussage gilt es jedoch kritisch zu prüfen in Anbetracht der bald bevorstehenden Wahlen. Schließlich ist die Bundes CDU immer noch Feuer und Flamme für die Studiengebühren. Folglich fragt man sich, ob diese Position glaubwürdig ist oder eine Meinungsmache im Zeichen des Wahlkampfes?


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