GDL -Kundgebung vor dem Kölner Dom

6. Mai 2015 | Veröffentlicht von ferdi (köln) / ws

Bericht: GDL -Kundgebung vor dem Kölner Dom

DSC_0038Etwa 200 Lokführer aus NRW waren zum Kölner Bahnhof zur Kundgebung gekommen. Im Mittelpunkt stand die Rede vom GDL-Vorsitzenden Weselsky. (Lese die Ergänzung am 15.5. uter (1) )

Aber zuerst begann der Kölner Bezirksvorsitzende die Kundgebung mit der Freude über den schönen Domblick seiner Heimatstadt und kam dann sofort zur Sache selbst. Das, was vom dom aus 49nun vom Bahnvorstand betrieben werde, sei einfach gemacht, um die Kollegen in die Knie zu zwingen. Es werde mit allen möglichen Falschmeldungen in den Medien gearbeitet.

Weselsky Rede

Anschließend bestätigte Weselsky dieses Verhalten und berichtete von einer Pressekonferenz um 11Uhr, wo der Bahnvorstand behauptet hatte, man habe der Gewerkschaft eine Einladung zu Gesprächen übermittelt.Das sei nicht wahr. Noch vor 5 Minuten (12.30 Uhr) habe er seine Sekretärin per handy angerufen und ihr gesagt, sie solle nicht nur in allen Mailkonten, sondern auch im Briefkasten nachschauen.Bis zu diesem Zeitpunkt sei kein Gesprächsangebot eingegangen. aber das sei typisch für die Arroganz der  Konzernmanager: Man stelle sich gerne in den Medien als verhandlungsbereit dar.

Vorwürfe gegen die EVG und den DGB

DSC_0044Scharf griff er die EVG-Gewerkschaft an, die mit dem Konzernvorstand „gerne ins Bett steige“, der jedes solidarische Verhalten mit streikenden Kolle/ginnen abgehe. Dies vom Vorstand „ausgehaltene Hausgewerkschaft“ schliesse hinter dem Rücken der GDL nun bereits Tarifverträge aus dem GDL-Bereich ab, als ob die geplante Ausschaltung der GDL durch das Regierungsgesetz zur Knebelung bereits Wirklichkeit sei.
Hier werde in einem Staatskonzern versucht, kämpfende Belegschaftsteile auszuschalten. Damit sei das rote Haltesignal der deutschen Verfassung überfahren und jeder Lokführer weiss, was das heisst. Ein gewaltiger Crash mit Teilen der deutschen Gewerkschaften sei damit vorprogrammiert.
Den ehemaligen DGB Vorsitzenden Sommer griff Weselsky wegen seiner Rede am 1. Mai persönlich an und warf ihm eine Mitschuld für den ungeheuren Vertrauensverlust vor, den die deutsche Gewerkschaftsbewegung durch das Verhalten der Gewerkschaftsvorstände in den letzten Jahrzehnten erlitten habe. Diese Gewerkschaften sollten sich nicht vertun. Das Gesetz, das jetzt gegen die kleinen Spartengewerkschaften beschlossen werde, werde morgen schon den großen Gewerkschaften auf die Füsse fallen, wenn auch in  anderen Konzernen handzahme Hausgewerkschaften von den Konzernen hochgefüttert würden. Ein Gewerkschafter, der solche Machenschaften verteidige, sollte sich schämen.

Rote Karte

Mehrmals wurde in die Rede das Bild von der „roten Karte“ aus dem Fussball eingeflochten und  jedesmall hielten die Streikenden rote Karten hoch.
Der Vorsitzende des dbb (Deutscher Beamtenbund) erklärte die volle Solidarität gegen die „Mafiamethoden, die mittlerweile das deutsche Arbeitsrecht aushebeln“ – selbst ein vorübergehendes Verbot werde man durchzustehen wissen. Wer noch eine Gewerkschaftsseele im Leib hätte, der müsste jetzt mit allen Belegschaften solidarisch sein, die in den Kampf gehen. Die deutsche Gewerkschaftsbewegung befinde sich an einer Wegscheide. Der dbb werde seine Hand zur Zerstörung von  Tarifen und Arbeitsrecht nicht reichen.
ein Vertreter der NVG, also der Busunternehmen erklärte ebenfalls volle Unterstützung und Solidarität mit den  kämpfenden Kollegen, die man kostenlos und ohne Bezahlung zu Kundgebungen fahren werde.

Das Umfeld

DSC_0046Kollege/innen der EVG, die der Kundgebung lauschten oder sich gar unter die Lokführer mischten, wurden nach 30 Minuten von Vorgesetzten darauf hingewiesen, dass sie jetzt im Dienst seien. Sie verdrückten sich dann in das Bahnhofsgebäude.
Von derLinkspartei war eine kleine Abordnung der AKL – noch kein Dutzend – mit Transparent vertreten. Flugblätter wurden nur vom RSB (flyer_gdl-streik-2015) und der SAV verteilt. Viele wollten aber „von der Scheisse nichts wissen“ und lehnten ein Flugblatt ab. Trotzdem konnten 300 verteilt werden…. Ein älterer IG-M Kollege erklärte mir, dass diese CDU-Gewerkschafter nur versuchten, die SPD Schwäche auszunutzen und die Gewerkschaftsbewegung zu spalten… Er werde nächste woche mit den Kindergärtnerinnen demonstrieren gehen, die sich nicht gegen andere organisierte stellen würden.

(1) Wichtige Ergänzung des Artikels am 12.5.15:

Polizei- und Geheimdienstmethoden gegen streikbereite Gewerkschaften wie die GdL | Strategische Beratung durch Zürcher Union Busting-Institut SNI

Wenn der Bahn-Vorstand mit Gewerkschaften verhandelt, ist Werner Bayreuther dabei. Er ist Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister (Agv-MoVe). Er gehört aber auch zum Team des Schranner Negotiation Institute (SNI) in Zürich.
hier weiterlesen …http://arbeitsunrecht.de/deutsche-bahn-im-gdl-streik_bewusst-eine-sackgasse-herbeifuehren/#more-5678

Artikel weiterempfehlen: