Gedenkfeier für Horst Schnitzler

10. Oktober 2018 | Veröffentlicht von Klaus-P. Schleisiek / ws

Dies ist kein Nachruf, nur ein Bericht zur Erinnerung, von Klaus-P. Schleisiek

Am Sonntag, 7. Oktober um 19 Uhr an der Rathaus-Treppe sollte die Gedenkfeier für unseren Ratsherrn Horst Schnitzler stattfinden, wie mir die Unabhängige Wählergemeinschaft UWG auf Anfrage mitgeteilt hatte.
Aufgebaut war neben einem schönen Blumen-Gebinde eine Staffelei mit dem lächelnden Horst, so wie er in der Traueranzeige in der Zeitung zu sehen war, datiert vom 27. September. Davor auf dem Boden wurden in der Stille brennende Kerzen in Gläsern aufgestellt.
Die Versammlung wuchs auf etwa hundert Personen an, die sich im Halbkreis auf dem Marktplatz vor der Treppe eingefunden hatten. Nach einiger Zeit – es war darüber dunkel und kalt geworden – griffen Einzelne zum angebotenen Mikrofon und berichteten, wie sie Horst erlebt und wie sehr sie ihn geschätzt hatten.
Ein gemeinsam gesungenes Lied hätte wohl gut passen können, aber niemand hatte eins vorzuschlagen. Ein Gedicht wurde vorgelesen, und Martina improvisierte eine Weile auf ihrer Geige, leise und stimmungsvoll.
Dann scholl lang anhaltender Applaus, gedämpft, aus dem Rathaus-Saal, der aber einem ganz unabhängig stattgefundenen Konzert galt. Der Kontrast zwischen dem organisierten Politik-Geschäft mit gelegentlichen Kultur-Veranstaltungen drinnen einerseits und andererseits dem improvisierten Kümmern um Nöte und Trost, wie Horst es getan hatte, draußen vor der Tür, war durch diesen distanzierten Applaus sehr deutlich zu erleben.
Langsam löste sich die Versammlung auf als ich ging.