Immer beunruhigender: Neuigkeiten zu Doel 1

7. Mai 2018 | Veröffentlicht von Aktionsbündnis gegen Atomenergie / ws

Leck im Reaktor ist NICHT zugänglich!

Im Internet in NL kursieren z.Zt. Nachrichten über das Leck im belgischen AKW Doel, die immer beunruhigender werden: War zunächst behauptet worden, es sei lediglich Wasser aus einem Notkühlsystem ausgetreten, dass das AKW für Störfälle vorrätig hält. Nun steht fest, dass der Reaktor selbst radioaktives Wasser verliert. Das genaue Ausmaß ist weiterhin unbekannt, da wegen der Hitze und Strahlung derzeit kein Zugang möglich ist. Ein baugleicher Reaktor steht ebenfalls in Tihange. Hier der Originalartikel:

Und hier die Übersetzung des niederländischen Textes:

Das Leck im Atomkraftwerk Doel, gleich hinter der niederländischen Grenze in der Nähe von Antwerpen, ist ernster als letzte Woche gemeldet wurde. Das Leck lag nicht im Kühlsystem, wie damals gesagt wurde, sondern tatsächlich im Reaktorgefäß selbst. Laut den belgischen Medien ist es das erste Mal, dass „unkontrolliertes Wasser aus dem Kernreaktor selbst austritt“.
Der Reaktor war bereits letzte Woche geschlossen. Anfangs wurde berichtet, dass dies auf Wartungsarbeiten am Kühlsystem zurückzuführen sei. Es wurde dann berichtet, dass ein Leck in einem Rohr vorhanden war, das Kühlwasser in den Reaktor liefert. Nun scheint es, dass das radioaktive Wasser aus dem Reaktorgefäß selbst austritt.
Und erstaunlicherweise wieder mal: Nach Angaben des belgischen Atomwächters FANC hat der Vorfall „keine Auswirkungen auf die Sicherheit des Personals, der Bevölkerung oder der Umwelt“.

Neue Unruhe

„Das Wasser das im Innern der Anlage ausgetreten  ist, wird in einer Art noodbak gesammelt. Aber es ist ganz anders, als es Anfangs gesagt wurde, die neue Unruhe schafft“, sagte Korrespondent Sander van Hoorn im NOS Radio 1 Journal.

In den niederländischen Grenzgemeinden sind die Menschen deshalb sehr besorgt. FANC räumt ein, dass in der Kommunikation Fehler gemacht wurden. In einem Gespräch mit dem flämischen Regionalkanal TV East sagte ein Sprecher von FANC, dass sie „proaktiver und schneller“ mit dem Ausland hätten kommunizieren sollten.
Die ‚Partei für die Tiere‘ hat gestern im Repräsentantenhaus um Klarstellung gebeten. Die Partei möchte wissen, wann die Regierung informiert wurde und ob Bürger in den Niederlanden in Gefahr waren.

Risiko für andere Anlagen?

Das Leck habe auch Konsequenzen für andere Kernreaktoren desselben Typs und Alters, sagt Van Hoorn. Auch diese müssen untersucht werden. „Dies betrifft den Reaktor in Doel 1, der schon ziemlich alt ist, aber in Doel gibt es einen anderen Reaktor von ungefähr demselben Alter, und in Tihange, in einem anderen Teil von Belgien auch; wenn hier ein Leck aufgetaucht ist, was ist dann das Risiko, dass sie auch in den anderen Werken enstehen? “
Die Reparatur des Lecks in Doel 1 wird sicherlich bis Oktober dauern. „Es braucht viel Zeit, um zu reparieren, denn wenn du das machen willst, muss es zuerst abkühlen. Und zusätzlich ist es in der Nähe des Lecks sehr radioaktiv was bedeutet, dass du nicht einfach hineinlaufen kannst, um zu sehen, wo das Leck sich genau entwickelt hat.“