Wird AKW Tihange 1 durch Zement [Beton] „blockiert“ ?

29. September 2016 | Veröffentlicht von kraz / ws

Eigenartige Probleme des AKW-Betreibers ENGIE im AKW-Tihange

Wir haben folgenden Artikel in der belgischen Tageszeitung Vers l’Avenir vom 27. 9. 2016 gefunden und übersetzt:  .Er zeigt mit welch eigenartigen Problemen der AKW-Betreiber ENGIE in Tihange „kämpfen“ muss. Man sollte nie vergessen: AKWs müssten eigentlich absolute TOP-Technik sein. Aber machen Sie sich selbst ein Bild in der deutschen Übersetzung des Artikels …

Tihange 1 durch Zement [Beton] „blockiert“ – 27/09/2016,Huy

Am 7. September ist Tihange 1 abgeschaltet worden wegen einer Hebung der [Boden?]-Platte eines „back-up“-Gebäudes. Das Problem könnte bis Ende November gelöst sein.
 
Am vergangenen 7. September wurde die Einheit Tihange 1 abgeschaltet nachdem ein Problem aufgetreten war bei Arbeiten des Bauingenieurwesens auf dem Gelände der Atomkraftzentrale. Dies ist die Schlussfolgerung der durch Experten durchgeführten Untersuchungsarbeiten, die diesen Vorfall klären sollten. Der Vorfall ist gebunden an das Erbauen eines Gebäudes (um funktionstechnische Elemente in die Höhe zu bringen / auf eine hohe Ebene anzubringen), welches erfolgt im Zuge der Laufzeitverlängerung von Tihange 2.
„Dies ist ein Problem welches man auf egal welcher Baustelle in Belgien finden könnte“, beschwichtigt Serge Dauby, der Sprecher der Atomkraftzentrale. „Arbeiten sind im Gange im Umkreis unserer Einheiten. Trotz aller vorher getroffenen Vorsichtsmassnahmen ist Zement [Beton], der in den Boden eingespritzt wurde, bis in einen Weg geschlüpft um die [Boden]Platte jenes Gebäudes zu heben, welches die Sicherheit in 2 oder 3 back-up der Einheit Tihange 1 gewährleistet. Da es sich um Werkzeuge [Geräte] handelt die wir nötig haben könnten, haben wir uns entschlossen, Tihange 1 manuell herunter zu fahren für die Zeit die nötig ist, damit Experten die Ursache des Problems feststellen können und eine Lösung finden können. Nur die [Boden]Platte hat sich um einige Zentimeter bewegt, die Mauern des Gebäudes haben keinen Schaden erlitten.“
[kraz-Zwischenbemerkung: wir verstehen nicht, ob er meint, dass der Beton sich einen Weg gesucht hat bis unter die Bodenplatte (das wäre dann durch den Journalisten unklar ausgedrückt) oder ob der Beton vom Boden aus in einen bestehenden Weg geflossen ist, ob der Weg unter die Bodenplatte des Gebäudes führt und dass der Beton sich dort angesammelt hat und daher dort die Platte hoch gedrückt hat … vermutlich ist es letzteres, was der Journalist sagen will…]

Tihange 1 Ende November wieder ans Netz ?

Welche Lösung wird es für diese Problem geben ? Wird man die beschädigte Platte zerbrechen (kaputtmachen, zerschneiden) müssen ? „Experten befassen sich immer noch mit den verschiedenen Hypothesen. Man macht / Wir machen die nötigen Berechnungen. Nach den jetzigen Hypothesen könnte die Situation bis Ende November geregelt sein, und dann Tihange 1 wieder hochgefahren werden“ prophezeit Serge Dauby. „Aber wir wollen sicher sein, dass wir die nötigen back-up-Gerâte / back-up-Werkzeuge haben.“

Hinter den Kulissen stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung für das aufgetretene Problem, und des eventuellen Schadenersatzes. Denn die Stilllegung einer Einheit stellt ein Ausfall an Einnahmen dar für die Zentrale, die zur Zeit auch auf ihre Einheit Tihange 3 verzichten muss, welche bis Mitte Oktober in Überholung ist. „Es ist zu früh um darüber zu reden. Diese Fragen werden sich im gegebenen Augenblick stellen. Wir konzentrieren uns prioritär auf die Lösung des Problems.“
(geschrieben von Frédéric RENSON – L’Avenir)
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