Kommentar zu Ulla Schmidts „Kritik an Tihange-Anteilen“

22. April 2018 | Veröffentlicht von Käthe aus Aachen / ws

‚Aachener Zeitung‘ unter der Rubrik: „Meldungen vom Tage“

In einem AZ-Artikel vom 20.4.18 („Kritik an Tihange-Anteilen“) beklagt die Aachener MdB Frau Ulla Schmidt, dass der Bund Aktienanteile am AKW Tihnage-2 hält. Sie fordert forsch und fröhlich, dass diese Anteile verkauft werden sollen.
Hier ein Kommentar von ‚Käthe aus Aachen‘ zu diesem Artikel:

Bei der morgendlichen Lektüre meiner Aachener Tageszeitung blieb mir mal wieder das Knäckebrot im Hals stecken:

SPD- Abgeordnete unserer Region fordern tatsächlich die sofortige Beendigung der staatlichen Beteiligung des Bundes an Engie-Electrabel, die ja nun noch höher sein soll, als bisher bekannt.
Gibt es denn das? Soll mir tatsächlich weiß gemacht werden, dass diese Herrschaften nicht wissen, dass unser Staat als ihr Arbeitgeber gerade auch ihren Ruhestand u.a. durch Gewinne von Engie-Electrabel, über sogenannte Pensionsfonds, mit absichert? Diese Anlageform scheint ja ein lohnendes Geschäft, wenn man bedenkt, was allein die schrottreifen Anlagen im belgischen Tihange täglich an Gewinn abwerfen. Mucksmäuschenstill müssten diese Abgeordneten doch eigentlich sein, denn man führe sich vor Augen, dass ein Bundestagsabgeordneter bereits nach einer Legislaturperiode im Ruhestand mehr Bezüge bekommt, als ein Geringverdiener durch seine gesamte Lebensleistung erwirtschaften kann. Und woher kommen die neuen €-Zahlen überhaupt, diese schwindelerregenden Beträge (aktuell angeblich 21,5 Millionen €), gewonnen aus staatlicher Beteiligung an Engie-Electrabel, die sich ständig von selbst vermehren, von denen diese Abgeordneten und auch unsere Presse offensichtlich wissen?
Anzunehmen, dass man sich hierüber unter Nicht-Politikern und sonstigen Staatsdienern keine Gedanken macht, ist fast schon unverschämt. Oder einfach nur naiv. Sehr verwirrend ist das auf jeden Fall alles.
Noch dazu, wenn fast in einem Atemzug über den kürzlichen Brand von 30 Autos auf einem Firmenparkplatz am AKW Tihange berichtet wird, dass man in Belgien sicher sei, dass dieser Brand „bloß“ ein Unfall war- also kein „precursor“ in Bezug auf terroristische Ambitionen, Aktionen wütender Anti-Atom-Aktivisten, endlich aufgewachter gewordener Huyer Anwohner o.ä..

Lese ich dann demnächst in der Aachener Zeitung auch, dass es in Tihange einen Zwischenfall gegeben hat, der eigentlich doch schlimmer als zunächst angenommen war und dass die Jodtabletten, die ich mir in der Apotheke besorgt habe, für mich als über 45jährige doch kein Problem sind, weil eh nur Milchzucker drin ist?
Könnte ja alles sein. Aber dann ist es zu spät für‘s Nachdenken und diese Bundestagsabgeordneten sind längst weg, gemeinsam mit der Presse auf einem anderen Stern, von dem aus sie sich gegenseitig Märchen erzählen können.

Käthe aus Aachen

Zum inhaltlichen Hintergrund der Meldung übrigens folgenden informativen Artikel in der jungen Welt