Leserbrief-2 an AZ

16. November 2012 | Veröffentlicht von Ullrich F.J. Mies / ws

Leserbrief „Journalismus der Extraklasse“

in der print-Ausgabe der AZ Nr. 266 fand ich auf Seite 22 einen Kurzbericht zu einer kleinen,

von einigen Organisationen getragen Demonstration in Aachen, die sich gegen die soziale Kahlschlags- und Kürzungspolitik in Europa wandte. Dieser Artikel war überschrieben mit: „Randalierer verletzt Polizisten bei Solidaritätskundgebung“
Dass, was Sie bezweckten, war dem konservativen Leser Ihrer Zeitung sofort klar: Aus der Schar dieser Demo-Chaoten musste wieder einmal jemand auf einen Ordnungshüter losgegangen sein. Klar, so sind sie eben, diese Berufsdemonstranten. Erst später im Text wurde klargestellt, dass der Mann, der da randalierte, offensichtlich gar nichts mit den Demonstranten zu tun hatte. Dass ist Journalismus der Extraklasse übelster Sorte.

Ich habe noch ein paar Überschriften für Sie, die Sie für zukünftige Kontexte passend machen könnten:

  • Angriff auf die Pressefreiheit:
    Weltberühmter Journalist Steindl wegen Sexaffäre von Ehefrau erstochen

  • Parteien konkretisieren Friedensstrategie:
    Die Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne planen neue Auslandseinsätze der Bundeswehr

  • DGB auf Konfrontationskurs mit SPD:
    Der deutsche Gewerkschaftsbund hat sich mit der Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück einverstanden erklärt

  • Dachdecker ermordet Unschuldigen:
    Nach dem Einbau der Dachfenster stürzte Dachstuhl ein und erschlägt Mann im Schlaf

Mit den besten Wünschen für einen besseren Journalismus
Ullrich F.J. Mies, Vaals