Linkspartei stört den gewohnten ASEAG-Preiserhöhungs-Ablauf

10. Januar 2014 | Veröffentlicht von Linkspartei / ws

Fahrpreise im AVV zum Thema gemacht

Politische Weitsicht ist eigentlich etwas Gutes. Sie kann aber auch in einem unschönen Sinne wirken, wenn es darum geht, unangenehmen Fragen auszuweichen und unangenehme Entscheidungen zu kaschieren.

Bei den jährlichen Fahrpreiserhöhungen geht das Spiel so:

Spätestens im Januar wird für den 1. April eine Erhöhung der Fahrpreise beschlossen, im Durchschnitt um 3,5 bis 4,5 Prozent. Schaut man in die Jahre 2009 und 2004 zurück, findet man eine solche Entscheidung nicht. Trotzdem wurden die Fahrpreise auch in diesen Jahren erhöht.

Wie kam’s?

Ganz einfach: Da in den beiden Jahren Kommunalwahlen stattfanden, wurde die Preiserhöhung schon ein Jahr vorher mitbeschlossen, also 2008 auch für 2009 und 2003 auch für 2004. So sollten unschöne Debatten vermieden werden. Im vergangenen Jahr wurden die Preise ebenfalls für 2014 vorausschauend „angepasst“, wie es stets beschönigend in der Beschlussvorlage heisst.

Die Linkspartei möchte dieses Ritual stören: Sie setze das Thema auf die Tagesordnung des Mobilitätsausschusses am 23. Januar. Dort soll nochmal über die Erhöhungen für 2014 gesprochen werden, es soll aber auch berichtet werden, was in den Folgejahren zu erwarten ist.
Dass der AVV mindestens ein Jahr im Voraus planen kann, hat er ja – siehe oben – bewiesen.

Zahlen

Vergleicht man die Preise von vor zehn Jahren mit den ab 1.4. geplanten, wird das Ausmaß der Verteuerung deutlich. So kostete der Einzelfahrschein in der Tarifzone 1 (z.B. für das Stadtgebiet Aachen) 2004 noch 1,90 €. Ab dem 1.4.2014 werden 2,65 € fällig. Das ist eine Steigerung um 39,5 Prozent. Für eine Monatskarte im Abo für das Stadtgebiet Aachen wurden 2004 schon 35,92 € fällig. Ab dem 1.4.2014 sind es 51,83€. Macht ein Plus von 44,3 Prozent.

Die Tariferhöhungen finden schon seit langem jährlich statt.

Da sie stets deutlich über der Inflationsrate liegen, werden nicht nur steigende Betriebskosten umgelegt. Vielmehr werden die Busnutzer immer stärker an der Finanzierung des Öffentlichen Nahverkehrs beteiligt.
Die routinemäßige Verteuerung der Fahrkarten ist nicht nur unfair gegenüber den Fahrgästen, sondern auch umweltpolitisch fragwürdig. Mehr Fahrgäste in Bus und Bahn und weniger Autofahrten verbessern die Luft im Aachener Talkessel erheblich.