Mahnwache in Jülich zur Katastrophe von Fukushima

13. März 2016 | Veröffentlicht von Marita Boslar / ws

5 Jahre nach der Katastrophe – verdrängt, vergessen?

Bild Banner Castor Exporte verhindern Vor dem Haupteingang des Jülicher Forschungszentrums (FZJ) gab es am Freitag, 11. März eine Mahnwache. Rund 30 Atomkraftgegner aus Köln, Aachen und aus dem Raum Mönchengladbach kamen zu der Aktion.
Aufgerufen hatte das regionale Aktionsbündnis „Stop Westcastor“. Anlass war der 5. Jahrestag der Atom-Katastrophe in Fukushima.

Die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk hat sehr großes Leid verursacht. Die Beteiligten zeigten Solidaritat und Mitgefühl mit den Bild Martina mit Gitarrebetroffenen Menschen in Fukushima. Fünf Jahre nach der Katastrophe in Japan leben immer noch 100.000 Menschen in Notunterkünften, weil Bild vom Standdie Gegend um Fukushima verstrahlt und unbewohnbar ist. „Die nukleare Katastrophe führt uns eindringlich vor Augen, dass Atomenergie unbeherrschbar ist – auch Atomtransporte bergen Risiken“, sagt Frank Müller vom „Anti-Atom-Plenum Köln“.

Jülich und das Entsorgungsfiasko des havarierten Kugelhaufen-Reaktors ist ein mahnendes Beispiel für den Irr- und Wahnsinn der Atomkraft und die völlig ungelösten Probleme der rund 290.000 Brennelementekugeln aus dem alten Versuchsatomkraftwerk AVR. Bild für AndreasDiese lagern ohne Genehmigung in einer  Halle in 152 Castorbehältern. Marita Boslar vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“: „Ein Neubau einer erdbebensicheren Halle kommt für Jülich offensichtlich nicht in Betracht, weil keine Anträge seitens der Jülicher Verantwortlichen dem Bundesamt für Strahlenschutz vorliegen – das wissen wir auf Anfrage des Bundesamtes. Die Jülicher Bevölkerung und die Menschen in NRW müssen sich auf Atomtransporte in nächster Zeit einstellen, denn die Brennelementekugeln können nicht weiter in dem Jülicher Bild Pfeil richtungsweisend 2Zwischenlager bleiben. Höchstwahrscheinich sollen sie nach Ahaus transportiert werden, denn in Ahaus läuft die Betriebsgenehmigung des Zwischenlagers erst 2036 aus.“

Mit einer zusätzlichen kurzen Blockadeaktion vor dem FZJ machten die Aktivisten ihrem Ärger Luft: Mehre Fahrzeuge standen für mehrere Minuten still und konnten so nicht durch das Haupttor des Forschungszentrums.