Nachgetreten: Die Karlspreisshow

11. Mai 2016 | Veröffentlicht von Heinz Richrath / ws

Karlspreisverleihung an den Papst

Die Berichterstattung in den Aachener Lokalzeitungen war flächendeckend (wörtlich bzgl. des Artikelanzahl und Längen). Uns erreicht dazu ein Leserbrief von Heinz Richrath, den wir hier als Kommentar zu dem wichtigen Ereignis „Karlspreis an den Papst“ veröffentlichen.

Nach Martin Schulz, jetzt also der Papst. Wer ist als nächster dran? Gott selber?
Da waren sie wieder alle dabei: Armin Laschet, dauergrinsender Talkshowbewohner und Phantomnotengeber, der Don Corleone aller Steuertrickser, J.C.Juncker und EU-Schreihals Martin Schulz, gemeinsam mit der Aachener Provinzprominenz.Preis der Veranstaltung: Während der Papstrede ein betroffenes Gesicht machend.

Scharf kritisierte der „heilige Vater“ in seiner Rede die europäische Flüchtlingspolitik. Wenn man den Herrn Juncker und Schulz zuhört, bekommt man den Eindruck, die beiden hätten mit dem desolaten Zustand der EU gar nichts zu tun.

Im Vorfeld der Karlspreisverleihung hatte der Papst deutliche Kritik am herrschenden Wirtschaftssystem geäußert. Dieses nennt sich – nur mal zur Erinnerung – ‚Kapitalismus‘.
Franziskus kommt über 150 Jahre nach dem kommunistischen Manifest zu den selben Erkenntnissen wie Karl Marx: Kapitalismus ist verantwortlich für Ausbeutung und Krieg.

Nun ist es bei der katholischen Kirche Tradition, dass der Erkenntnisgewinn immer etwas Zeit in Anspruch nimmt. Der heilige Geist ist halt nicht immer rechtzeitig zur Stelle – aber immerhin.

Auch zum Thema Korruption hatte der Papst sich im Vorfeld geäußert. Aber wer den Papst als moralische Instanz auszeichnet, der sollte auch hinhören was er sagt. Nur: bei diesen Themen stellen die Protagonisten der freien Marktwirtschaft die Ohren auf Durchzug.

Betrachtet man das Finanzgebaren des Bistums Köln, das sich ungeniert mit Steuersparmodellen bereichert, kommen einem allerdings auch Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Papstes. Zyniker könnten jetzt behaupten, der katholischen Kirche ist nur das Geschäftsmodell abhanden gekommen. Der Verkauf eines Paradieses im Jenseits gerät ins Stocken.

Und so bleibt eine solche Veranstaltung, was sie ist.Überflüssig!

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