NIX PÄGIDA MOB IN KÖLN!

7. Januar 2015 | Veröffentlicht von Horst Hilse / ws

köln1WIR STELLTEN UNS QUER !!! NIX PÄGIDA MOB IN KÖLN!

2: 0 für die Kölner Bevölkerung, die mit mehr als 20 000 Demoteilnehmern eine Demo des Mobs verhindert hat. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Stadtbündnissen war hervorragend und beispielhaft.

Dunkler Dom

Beiden Bündnissen gelang eine hervorragenden Mobilisierung. Unter den Demonstranten ware Imame,jüdische gläubige, orthodoxe Popen und Priester zu identifizieren.

köln-2Erstmal seit 1946 war der Kölner Dom nicht beleuchtet…. Zahlreiche Touristen wurden in vielen Sprachen durch die „Kreide und Pflaster Truppe“ mit „Pax Christi“ Logos rund um den Dom und auf den Brücken informiert, warum das so ist…. spontane Beifallskundgebungen und mit Lippenstiften gemalter Dank in vielen Sprachen war die Antwort. Aber nicht nur der Dom war dunkel, auch St. Martin,die Industrie- und Handelskammer,sowie große Hotels lagen im Dunkel.
Viele Bürger hatten sich angeschlossen und ebenfalls das Licht gelöscht.
Oben auf den Brücken war von der Stadtverwaltung ebenfalls das Licht vielfach abgedreht worden.
Damit wurden „schöne Panoramabilder“ für Rassisten verhindert. Auch für viele Kölner war das ein völlig neues und ungewohntes Stadtpanorama.
Der englische Guardian brachte in seiner Ausgabe vom „Tag danach“ ein Bild des dunklen Kölner Doms, viele Zeitungen versuchten, das dunkle Panorama darzustellen…

Mobilisierung

Trotz kürzester Mobilisierungszeit zwischen Weihnachten und Sylvester gelang es großartig!
Das eher aktionsorientierte Bündnis von „Kein Veedel für Rassisten“ hatte zu einer Fussgängerbrücke einige hundert Meter vor dem Bahnhof aufgerufen. Dies wäre der ideale Blockadepunkt gewesen. Der zweimalige Versuch der Polizei, die Brücke zu räumen, wurde mit weiterem Massenandrang auf die Brücke beantwortet. Als dann auch noch Karnevalsvereine mit Musik auf die Brücke drängten, gab die Polizei ihre Versuche auf. Ein später geglückter Durchbruch zum „Laufsteg für die Rassisten“ wurde durch berittene Einheiten schnell wieder beendet. Ebenso erfolglos endete der Versuch einiger Vermummter durch eine Umgehung der Absperrungen direkt zum eingezäunten Kundgebungsplatz zu kommen. Trotzdem waren diese Aktionen relevant für den vorzeitigen Abbruch der Kögida-Kundgebung, da die Polizei weitere Aktionen befürchtete.
Breit war die Mobilisierung des Bündnisses „Köln stellt sich Quer“, wo DGB,SPD und Grüne den
Ton angeben. IG-Metall und Verdi war in ganzen Blöcken vertreten. SPD-Ortsvereine waren als Gruppen erschienen und stauten sich bis zurück auf den Fussgängerweg über die Hohenzollernbrücke (Die Eisenbahnbrücke zum Hbf) , da ein weiterkommen nicht möglich war.
Unter den Demonstranten auch einige Blaskapellen und die Karnevalisten von den „Pappnasen rot schwarz“ waren wieder dabei mit ihren umgedichteten Karnevalssongs, wie das Kacklied, das auf Pegida gemünzt war. Traditioneller trat da schon die Kapelle vom Karnevalsverein auf und auch das Blasorchester „Dicke Luft“ zog seine Runden. Es war zwar Schmuddelwetter, regnete aber glücklicherweise nicht. Mindestens zwei Lokführer grüßten die Demonstranten im Vorbeifahren mit gellendem Pfeifton und aus dem Fenster einer Lokomotive konnte man sehr klar die ausgestreckte und geballte Faust erkennen. Hoffentlich sind einige der schnell gemachten Handyfotos bald im Netz zu sehen.
Sicherlich hatte neben der Verteilung von Infomaterial in vielen Betrieben auch der Schock über die Brandanschläge in Köln Mülheim und in Hürth bei Köln stark mobilisierend gewirkt. Inzwischen ist klar, dass in Hürth ein Asylant verbrannte, der zuvor erschlagen worden war. Die Mordkommission hat ein Phantombild herausgegeben und verweist auf eine Tätowierung beim Täter, das einem Hindu-Symbol ähnlich sein soll. – Als ob ein Schwertknauf nicht auch bei Nazis beliebt sein könnte.Man ist an den Anschlag in der Keupstraße erinnert, wo die Polizei sofort die Ermittlungen auf ein „Szenemilieu“ lenkte.
Die Angaben über die Anzahl der Demonstranten sind sehr unterschiedlich. Der eingerichtete Twitterdienst brach unter der Flut der Handyanfragen zusammen. Während der Veranstaltung ging die offizielle Zahl von 20-25.000 durch den Polizeifunk, die ARD vermeldete am Abend 18.000, der WDR sprach von 7.000. Sicherlich trägt zu diesen unterschiedlichen Zahlen die sehr unübersichtliche Lage in Deutz, die vielen Polizeiabsperrungen im Stadtteil und die spontanen kleinen Kundgebungen im Innenstadtbereich durch Gruppen bei, die dem Massenandrang und den Absperrungen den Rücken gekehrt hatten, bei.

Polizei hält Laufsteg sauber

Für die vielen auswärtigen Polizeibeamten, die aus drei Bundesländern angekarrt worden waren, sicherlich eine Abwechslung. Sie hatten einen etwa 30 Meter breiten und etliche hundert Meter breiten Laufsteg bis zur Deutzer Brücke für den Mob zu sichern. Zu diesem Zweck waren hunderte Mannschaftswagen Stossstange an Stossstange aufgestellt worden. Hinter den Lücken standen dann nochmals jeweils einige Beamten als Aufpasser, falls jemand über die Stoßstangen klettern sollte.
Kriminell war die Einrichtung der Absperrgitter direkt in der Umgebung des Deutzer Bahnhofs. Eine bewusstlose Frau wurde über die Köpfe weg gehoben und Kinder wurden schnell hochgerissen, bevor es in der Menge zu Schlimmem kommen konnte. Der Hinweis vieler Teilnehmer auf die Ereignisse bei der Duisburger Loveparade und die Aufforderung an die Polizei, die Enge etwas zu lockern, wurde mit blöden Kommentaren „Sie sind doch freiwillig hier und werden doch nicht schlappmachen“ uniformierter beantwortet. Als einige die Sprecher fotografierten und ihnen Dienstaufsichtsbeschwerden androhten, maskierten sie sich mit Helmen und verdrückten sich.

Der Mob

Die angereisten Fans der Rechten mit den Nationalfähnchen bestand aus einigen hundert Menschen.die angaben reichen von 300 bis 800. Das liegt daran, dass die Polizei einen etwa 4o Meter breiten Ring um das Laufställchen gebildet hatte, in dem sich die Angereisten wiederfanden.
Gut sichtbar für sie hing an einem Laternenmast ein großer brauner Müllsack mit dem Hinweisschild, dass dies zur Entsorgung des braunen Mülls dienlich sei.
Unter den Organisatoren die kürzlich zu den Pros gewechselte Faschistin Melanie Dittmer. Bei der Zeitsoldatin hatte die Polizei schon vor Jahren bei der damals Minderjährigen Waffen gefunden. Den Holocaust hält sie für eine Erfindung der Siegermächte und nun tönte sie in Deutz, dass es am Rhein nicht so werden dürfe, wie in London, wo mittlerweile der meistgewählte Babyname „Mohamed“ sei.
Anmelder der Demo, war Sebastian Nobile: „Der Dom macht das Licht aus, aber wir bringen das Licht der Wahrheit“. Auch dieser seit Jahren in der rechten Szene aktiv: von der verbotenen „German Defense Lique“ mit ihren Kontakten zur englischen Mörderbande „blood and honour“ gelangte er über die „Identitären“ zum Organisatorenteam, für die Pägida-Demos.
Es wurde für diese Szene eine kurze Stehparty in unangenehmer Atmosphäre. Die Kundgebung wurde auch angesichts der Sprechchöre von Tausenden vorzeitig abgebrochen. Die Polizei riet ihnen von einem „Spaziergang“ über den vorbereiteten „Laufsteg“ ab. Vermutlich spielten die zwei erfolgten kurzen Durchbrüche auf den „Laufsteg der Rassisten“ dabei eine Rolle.
Nach 30 Minuten ging es aus dem umzäunten Laufställchen durch ein Polizeispalier wieder in das Bahnhofsgebäude zurück.

Gefeierter Sieg

Nach diesem Erfolg war bei beiden Antifabündnissen die Sorge gewichen, ob man in der Domstadt erneut eine Niederlage erleben müsste,wie bei dem Hooligan Schock am 26.Oktober.
Bei der Polizei wurde eine Sponan-Demo auf der ursprünglich für die Rassisten freigemachten Route über die Deutzer Brücke in die linksrheinische Innenstadt angemeldet. Die Verhandlungen dauerten eine halbe Stunde und dann konnten einige tausend Demonstranten, die seit 18 uhr ausgeharrt hatten, um 20.30 in einer „Jubeldemo“ über die Brücke ziehen. Die auf der Gegenfahrbahn ausfahrenden Autofahrer grüßten oft mit kurzem Hupen und nach oben gerecktem Daumen. Als die Demo dann zwischen den Weihnachtsbuden auf dem Heumarkt eintraf, wurde sie nochmals von einer etwa 20köpfigen spanischen Touristengruppe mit Applaus und „Viva Colonia“ Rufen empfangen. Aus dem Lautsprecher auf der künstlichen Eisbahn des Weihnachtsmarktes wurde den Demonstranten dafür gedankt, dass sie die „Ehre der schönen Stadt“ gerettet hätten… na ja – aber es tut doch gut und besser als Beschimpfung ist es allemal. Wünschen wir den Essener Antifas ebso viel Erfolg, wo die Rassisten am 18. wieder auflaufen wollen. Die Demobilder von dem Kundgebungsort des „Bündnisses „Kein Veedel für Rassismus“ habe ich von Fakebook geklaut. Ich hoffe, der Genosse der SAV wird es dulden..

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