Risse von 9 Zentimetern im AKW-Reaktormantel!

21. Februar 2015 | Veröffentlicht von Aktionsbündnis gegen Atomenergie / ws

Die Risse in Tihange und Doel 3 sind bis zu 9 cm groß.

Das sind Dimensionen, die weit über alles hinausgehen, was selbst von Kritikern der AKWs erwartet wurde.
Diese aktuellen Informationen erhielt das Aktionsbündnis gegen Atomenergie Aachen (AAA) gestern von der belgischen Atomaufsicht (FANC). Das AAA hatte entsprechende Anfragen zu den Rissen („flaw-indications“) in den beiden belgischen Atomreaktoren Doel 3 und Tihange 2 angefordert.
Die jetzt bekannt gewordenen Daten sind so brisant, dass das AAA telefonischen Kontakt zur FANC aufgenommen, um sich abzusichern. Von der FANC-Pressesprecherin wurde der offizielle Charakter dieser Meldung bestätigt. Auf Nachfrage, warum ausgerechnet das AAA diese Meldung erhalten habe hieß es, dass „… nur Sie danach gefragt haben“.,.

Das AAA hat nach Rücksprache mit den eigenen Material-Experten beschlossen, diese Werte auch ohne weitere Analysen sofort öffentlich zu machen.

Zum Hintergrund:

Seit 2012 ist bekannt, dass tausende Risse in den genannten AKWs vorhanden sind.
Am 16.12.14 hatte die FANC mitgeteilt, dass zusätzlich „weitere Risse“ gefunden worden sind.
Am 13.02.15 hat die FANC nach entsprechende Nachfragen mitgeteilt, dass es sich bei Doel 3 um über 5000 und in Tihange 2 um etwa 2000 zusätzliche Risse handelt.

Am 19.02.15 hat die FANC in einer mail dem AAA eine Tabelle mit den Messwerten und den (maximalen) Rissgrößen übermittelt.

FANC-Tabelle

Die Werte sagen folgendes aus:

  1. Alle in 2012 gefunden Werte haben generell größere Ausdehnungen als noch im Final Report von 2012 veröffentlicht. Statt damals 2,7 cm werde die Maximalwerte dieser „alten“ Risse JETZT mit 6,7 cm angegeben!
  2. Unklar ist bisher, ob die FANC schon damals diese Werte kannte, aber verheimlicht hat, und damals nur die kleineren Werte veröffentlicht hat. Oder ob sie die in 2012 gefundene Werte NOCHMAL vermessen hat. Hier wäre eine öffentliche schriftliche Erklärung der FANC hilfreich. Der Unterschied ist jedenfalls sehr wichtig, weil das zentral in die Bewertung unter Punkt 5 einfließt.
  3. Die in 2014 gefunden Risse haben durchgängig eine größere Ausdehnung, als die Risse aus 2012.
  4. Die in 2014 gefundenen Risse haben maximale Ausdehnungen von 9 cm.
  5. Dieser Größenzuwachs der Risse kann natürlich das Resultat verbesserter Messverfahren sein. Es kann aber auch bedeuten, dass es tatsächlich doch zu einer Entstehung bzw. Veränderung der Risse durch die nukleare Strahlung während des Betriebs gekommen ist.
  6. Durch diese neuen Werte sind jedenfalls alle bisherigen Zusicherungen von Electrabel und der FANC, dass es keinesfalls zu irgendwelchen Veränderungen durch den Betrieb gekommen sein völlige Makulatur.

Was aber nach dieser FANC-Meldung völlig Klar ist:

Die beiden AKWs Doel 3 und Tihange 2 dürfen NIE wieder angeschaltet werden und müssen dauerhaft stillgelegt werden!


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