Sexistische Werbung

17. April 2013 | Veröffentlicht von Linksjugend ['solid] Aachen / ws

Sexistische Werbung endlich als Problem wahrnehmen – und bekämpfen!

In Aachen taucht sexistische
Werbung der übelsten Art auf: Auf großflächigen Plakaten wird für Bordelle in Erkrath und Dormagen geworben – mit Slogans wie „der größte in Europa“ und „die Flatrate-Sensation“.

Leider ist das nichts Neues

Im Juli und August letzten Jahres plakatierte die Würselner „Eichhörnchen-Bar“ flächendeckend Plakate – Slogan: „Spaß ab 35 Euro“ . 2011 war es ein Großbordell bei Düren, das gleich mehrfach die Gegend zumüllte.

Sexistische Werbung gibt es nicht nur bei Bordellen.

So wirbt ein Aachener Baustoffmarkt auf Bussen vollkommen legal mit kaum bekleideten Modells für seine Waren. Es stellt sich die Frage, was das eine mit dem anderen zu tun hat.
Der Kosmetikkonzern Axe wirbt regelmäßig mit Slogans wie „Je sauberer Du bist, desto dreckiger wird’s“.
„Minirock-Parties“, wo leicht bekleidete Frauen freien Eintritt erhalten, vermitteln ein sehr kritisches Bild vom Feiern. Und: Offensichtlich haben die Organisatoren solcher „Partys“ große Probleme, Frauen für ihre Events zu begeistern. Auch hierfür wird regelmäßig massiv plakatiert.

Frauen als willige Objekte?

Gemein haben diese Kampagnen, dass sie ein Bild von Frauen als ständig verfügbares und williges Sexobjekt vermitteln. Das weist die linksjugend [’solid] Aachen entschlossen zurück.

Widerstand dagegen

AktivistInnen der Jugendgruppe leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten Widerstand: Durch Zerstörung oder Überklebung sexistischer Werbung, durch antisexistische und feministische Aktionen, durch Gegeninformation und Veranstaltungen.

Am 14. Februar nahmen in Aachen zum „One Billion Rising“-Aktionstag gegen sexualisierte Gewalt 200 Menschen an einer Kundgebung teil.

Leider duldet die Stadt selbst illegal geklebte sexistische Werbung. Offensichtlich nehmen die Verantwortlichen bei der Stadt das Problem nicht ernst. Etwas zu ändern, liegt an uns und allen, die den sexistischen Normalzustand brechen wollen.

Im aktuellen Fall der Bordellwerbung haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten Plakate zerstört oder entfernt. Wir rufen dazu auf, sexistische Werbung nicht als Teil der Normalität wahrzunehmen – sondern überall, wo sie auftaucht, dagegen vorzugehen. Oft reichen dazu Aufkleber, Plakate, Edding oder Sprühdose und eine kreative Idee.

Das darunter liegende Problem

Sexistische Werbung ist dabei nur Ausdruck eines tiefer liegenden Problems. Sexismus in verschiedensten Formen ist Alltag, Prostitution dabei nur eine besonders heftige Ausdrucksform. Um sie wirkungsvoll zu bekämpfen, sind ausreichend gute, gesellschaftlich sinnvolle Arbeitsplätze und kostenlose Qualifizierungsmaßnahmen notwendig. Frauenhäuser und Ausstiegsprogramme müssen ausgebaut werden, und die rassistischen AusländerInnengesetze müssen abgeschafft werden.

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