Terror-Gefahr in Jülich?

26. April 2016 | Veröffentlicht von Rainer Moormann / ws

Terroristen im FZ-Jülich – oder nur Allelein?

Außenansicht AVRWer mit für Terroristen interessantem waffenfähigen Nuklearmaterial umgeht, hängt das nicht an die große Glocke. Auf den ersten Blick scheint Jülich anders zu verfahren: So wurde nach einer FZJ-Pressemitteilung vom 30.01.2015 gegenüber den G7-Abrüstungsexperten die große Bedeutung des geplanten Exports der 152 Castoren mit Atomkugeln in die USA als wichtiger Schritt zur Reduzierung der weltweiten Bestände an hochangereichertem Uran dargestellt. Das dürften auch Terroristen interessiert zur Kenntnis genommen haben. Allerdings ist das Jülicher Material praktisch gar nicht mehr waffenfähig: Das haben sogar die zuständigen US-Behörden mittlerweile bestätigt und ausgeführt, dass aus dieser Sicht keine Notwendigkeit zur Übernahme der Castoren besteht. Daraus darf man folgern, dass die lautstarken aber zweifelhaften Jülicher Verlautbarungen zu den Castoren einzig das Ziel hatten, im In- und Ausland Propaganda für einen Export der Atomkugeln zu machen, denn höchstens bei echter Waffenfähigkeit ließe sich ein Export rechtfertigen. Dass man damit Terroristen anlocken könnte, scheint keine Rolle gespielt zu haben.

Einladung an Terroristen

Wenn man zusätzlich die häufigen Meldungen zu Pannen und Schlampereien beim Jülicher Umgang mit Atommüll berücksichtigt, z.B. das endlose Drama um das genehmigungslose Zwischenlager der Castoren, kann man getrost von einer Einladung an Terroristen sprechen.
Auch wenn die Meldungen über Dokumentenfunde zu Jülich bei mutmaßlichen Terroristen bisher unbestätigt sind und Terroristen bei einer eventuellen Attacke auf Jülich kaum das finden dürften, was sie suchen, ist das Jülicher Agieren zur Waffenrelevanz der Castoren nichts Anderes als purer Dilettantismus: Jede Attacke gefährdet Leben und Ruf der vielen Jülicher Forscher, die im nichtnuklearen Bereich ordentliche Arbeit machen, schadet der Nuklearkomplex mit seinen ständigen Negativschlagzeilen auch.

Nuklearbereich besser kontrollieren

Dass Jülich bis heute keine brauchbaren Arbeiten zur eigenen Entsorgung der als Müll hochproblematischen Atomkugeln vorweisen kann, weil man sich über Jahrzehnte lieber um den Bau von Kugelhaufenmeilern in Südafrika und China kümmerte und erhebliche Mittel für absurde Exportpläne der Castoren verplemperte, ist die eigentliche Wurzel des Problems.
Hier gilt es anzusetzen, den Nuklearbereich endlich besser zu kontrollieren und die dem FZJ-Ruf abträgliche AKW-Propaganda, z.B. vom Leiter im FZJ-Reaktorbereich Allelein zu Tihange, zu beenden.

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