Über 70.000 Menschen unterschreiben gegen den Neustart der Rissereaktoren Tihange 2 und Doel 3

13. November 2015 | Veröffentlicht von Robert Bosch-Laaks (AAA)

Tihange-2: Drohender Neustart gefährdet das Leben von Millionen Europäern

AAA_AktionsbündnisAm Do, 12.11.2015, meldete der Flämische Rundfunk VRT, dass die Belgische Atomaufsicht (FANC) „in ein paar Tagen“ die Freigabe für einen Neustart der Rissereaktoren in Tihange 2 und Doel noch für dieses Jahr“ geben will.
Die Probleme dieser Reaktoren (tausende Risse und Versprödung des Reaktorstahls) sind lange bekannt und waren der Grund dafür, dass sie im März 2014 außerplanmäßig heruntergefahren wurden.

 

Deshalb hatten Bürgerinitiativen in Belgien, Niederlande und Deutschland eine Petition gestartet. Diese appelliert an die FANC einem Neustart nicht zuzustimmen, solange

  • die Ursache der Risse in den beiden Reaktordruckbehälter (RDB) nicht zweifelsfrei geklärt ist und
  • eine Veränderung der Rissgrößen im laufenden Betrieb nicht definitiv ausgeschlossen werden kann,
  • die Bestrahlungsversuche befürchten lassen, dass die Versprödung des rissigen Stahls der RDB nach über 30 Betriebsjahren die zulässigen Grenzwerte bereits überschritten hat,
  • kein Nachweis existiert, dass „Reaktoren mit Rissen“ ein gleiches Sicherheitsniveau wie „Reaktoren ohne Risse“ besitzen.“

Mittlerweile haben über 70.000 Menschen, die von einer eventuellen Katastrophe betroffen wären, diesen Appell unterschrieben. Und es werden täglich mehr.

Zunächst war es seitens der Bürgerinitiativen geplant, dem belgischen König diese Petition zu übergeben. Nachdem dieser die Annahme verweigert hatte, wandte sich das Bündnis an den belgischen Innenminister Janbon, den politische Dienstherr der Atomaufsicht, mit der Bitte um einen Termin für die Übergabe.
Statt einer Antwort auf diese Anfrage erfährt nun die Öffentlichkeit im Nebensatz einer Presseinformation, dass eine Genehmigung des Neustarts durch die FANC kurz bevorsteht.

Wir fordern die FANC auf, die Argumente der Menschen in der Umgebung der Kraftwerke zu hören und die Sicherheit der Bevölkerung vor wirtschaftliche Einzelinteressen zu stellen.

Die Vertreter des Bündnisses sind jederzeit bereit, nach Brüssel zu kommen, um ihr Anliegen vorzubringen – und die Unterschriftenlisten zu übergeben -, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Die Unterschriftenaktion läuft weiter bis zur Übergabe. Online unter:
http://change.org/tihange-doel-DE
http://change.org/tihange-doel-NL
http://change.org/tihange-doel-FR

— Update am 14.11.1 —

Hierzu merkt das Grenzecho aus Epen an, dass nicht die Presse sondern „die FANC entscheidet“, ob bei der Atomkraft die Meiler wieder hochgefahren werden sollen. Sie schreiben: „Die Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANC) will sich nicht auf ein Datum festlegen lassen, wann die Atommeiler Doel 3 und Tihange 2 wieder ans Netz gehen können. Die Agentur muss eine diesbezügliche Entscheidung treffen“.

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Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie (AAA), An der Schanz 1, 52064 Aachen | Mail: info@anti-akw-ac.de
Kontakt für diesen Text: Robert Borsch-Laaks, Drei Rosenstr. 30-32, 52066 Aachen, Tel: 0049- (0)241- 59585 | Mail: RBL-AC@gmx.de

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