Vor 20 Jahren: Der Jugoslawienkrieg

24. März 2019 | Veröffentlicht von AKB, ws

Veranstaltung zum 20.Jahrestag des Kriegsbeginns

Vor 20 Jahren, am 24.3.1999 begann der Krieg der NATO gegen Jugoslawien. Er fand ohne völkerrechtliche Legitimation statt.
Ebenfalls vor 20 Jahren gründeten wir aus Protest das Antikriegsbündnis Aachen.
Zu diesem traurigen Jubiläum hatte das Antikriegsbündnis Aachen zusammen mit der Evangelischen Erwachsenenbildung am Freitagabend eine Veranstaltung organisiert. Ca. 90 BesucherInnen waren erschienen.

Die Veranstaltung begann mit der Vorführung des WDR-Film „Es begann mit einer Lüge“

Dieser Film ist ein MUSS, wer einen klaren Kopf bekommen möchte.
Hier ein link zu einer Film Kopie!
Danach gab es durch das AKB einen kurzen Vortrag zur Charakterisierung des NATO-Überfalls und eine Einschätzung der Bedeutung des Jugoslawienkrieges. Der Vortrag basierte auf dem äußerst empfehlenswerten Buch „Krieg um Kosovo: Geschichte, Hintergründe, Folgen“ des Historiker Dr. Kurt Gritsch, der zwar eingeladen, aber aus beruflichen Gründen verhindert war.

  • Inhaltlich wurde herausgestellt:
    dass es sich seinerzeit um eine Zäsur für die NATO-Strategie hin zu einem Interventionsbündnis gehandelt hat.
  • dass die NATO-Staaten bewusst ohne Beschluss des UN-Sicherheitsrates den Krieg geführt haben, was bei fast allen späteren Kriegen zur Regel gemacht wurde.
  • dass durch die Kriegs-Beteiligung der „Rot-Grünen“-Koalition unter Gerd Schröder und Joseph Fischer die Friedens- und Antikriegsbewegung in Deutschland gespalten wurde, was bis heute nachwirkt.

Danach kamen Zeitzeugen vom AKB (und aus der Zuhörerschaft) zu Wort, die aus eigenem Erleben über den internen Kampf und die Tricks der damaligen Führung in der GRÜNEN-Partei berichteten.
In dieser lebhaften Diskussion wurden auch immer wieder Parallelen zu den weiteren Kriegen bis zur heutigen Aggression (NOCH ohne offenen Krieg) gegen Venezuela gezogen.

Im Veranstaltungssaal waren Bilder einer Ausstellung der „Arbeiterfotografie Köln“ aufgehängt, die von der Arbeiterfotographie während des Kriegs 1999 gemacht wurden.
Zusätzlich hatte das AKB „alte“ Original-Transparente aufgehängt, die aus Aktionen der damaligen Zeit stammten, in denen sie vom AKB eingesetzt wurden.

Hinweis auf einen Artikel in der jungen Welt: „Der Krieg beginnt“

Letzte Sondersitzung in Berlin. Die NATO startet mit Angriffen auf Jugoslawien
Von Rüdiger Göbel

Die Vorbereitungen zum Angriff laufen auf Hochtouren. In Berlin kommt am Abend des 23. März, rund 24 Stunden bevor die ersten Bomben auf Belgrad fallen, unter Leitung von Kanzler Gerhard Schröder das SPD-Grünen-Kabinett zum Kriegsrat zusammen. Außenminister Joseph »Joschka« Fischer und Verteidigungsminister Rudolf Scharping berichten, der Kanzler selbst sagt, die Lage sei »sehr ernst«.
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Erich Rathfelder verherrlicht in der Taz am Vorabend des Krieges die deutsche Besatzungszeit auf dem Balkan: »Die albanische Bevölkerungsmehrheit ist froh, dass die NATO-Truppen in der Stadt Deutsche sind. Angesichts der ethnischen Spannungen fühlen sich die Albaner durch die ›deutschen Freunde beschützt‹ (…). Während des Zweiten Weltkrieges beherbergte Tetova (Albanisch für Tetovo, jW) schon einmal ein regionales Kommando der deutschen Truppen. (…) Die Albaner erinnern sich, dass der damals von Deutschland und Italien geschaffene albanische Staat bis hierhin reichte, dass es Schulen in albanischer Sprache gab.« Im mazedonischen Tetovo sind Soldaten der Bundeswehr stationiert.
Hier weiterlesen: https://www.jungewelt.de/artikel/351220.20-jahre-nato-krieg-der-krieg-beginnt.html