Vortrag: Deutschland und Russland – Wie weiter?

21. Februar 2018 | Veröffentlicht von

Buchvorstellung und Podiumsdiskussion mit Christiane Reymann

Wie könnte ein Ausweg aus der deutsch-russischen Krise aussehen?

Christiane Reymann war von dem Rosa-Luxemburg-Club Aachen eingeladen worden. Etwa 50 ZuhörerInnen waren zu ihrem Vortrag beim DGB gekommen. Sie berichtet die Positionen, die sie mit Wolfgang Gehrcke/LINKE in ihrem Buch «Deutschland und Russland – Wie weiter?» zusammengetragen haben, um für die Reaktivierung des Deutsch-Russischen Forums und des Petersburger Dialogs zu werben.

Zwingend müsse die NATO-Osterweiterung beendet werden ebenso wie die Stationierung von NATO-Truppen an der russischen Westgrenze. Ohne diese Schritte sei eine weitere Eskalation nicht zu verhindern. Dass sich die Autoren ebenfalls für ein Ende der Sanktionen aussprechen, verwundert nicht. Dies sei ein notwendiger Schritt, der es Russland möglich macht, auf den Westen zuzugehen.In sieben Kapiteln beschreiben Reymann und Gehrcke historische Zusammenhänge, sie zitieren Zeitzeugen, schildern kritisch die jeweilige Rolle der Medien, der USA, der EU, der NATO, der deutschen Politik insgesamt und einzelner bundesdeutscher und amerikanischer Politiker, wie Bundespräsident Steinmeier (SPD), Marieluise Beck (Grüne) und Barack Obama und nähern sich so ihrer Schlussfolgerung:

„Wie jede großartige Idee beginnt deren Verwirklichung mit dem ersten Schritt. In ihm verzichten die Staaten auf gegenseitige Drohungen und Bestrafungen, die Sanktionen gegen Russland werden nicht verlängert beziehungsweise aufgehoben. Erst dann kann wieder von Gleich zu Gleich gesprochen werden und Vertrauen hergestellt werden. Annäherung wächst durch Dialog und Verbindung durch Zusammenarbeit. Dann kann Russland in, für und mit Europa Mittler sein zu den aufstrebenden asiatischen Staaten, insbesondere China und Indien. Ohne eine solche Öffnung wird Europa in der Tat bald alt aussehen.“

Leider waren zu dem Vortrag ausschließlich ZuhörerInnen gekommen, die weitestgehend mit der Meinung übereinstimmten. Es wäre spannend gewesen, das die – tatsächlich vorhandene – Spannung in der Gesellschaft auch in der anschließenden Diskussion erkennbar geworden wäre. Ebenso fehlten leider Stimmen aus der auch in Aachen existierenden deutsch-russischen Freundschaftsgesellschaft und Städtepartnerschaft. Aber vielleicht entsteht da zukünftig doch etwas mehr zur Stärkung eben dieser Freundschaftsbeziehungen.

Eine Veranstaltung vom Rosa-Luxemburg-Club Aachen wurde unterstützt von Antikriegsbündnis Aachen (AKB), der Aachener Aktionsgemeinschaft „Frieden jetzt!“ und  Andrej Hunko, MdB Die LINKE.


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