Wer will dem russischen Volk die Zukunft stehlen?

18. November 2014 | Veröffentlicht von Walter Schumacher / hr

„Putins Betrug; Dem russischen Volk wird die Zukunft gestohlen

PutinsBetrug-1Ergänzung am Artikelende am 26.11. ws

Unter diesem Titel erschien am 15.11. ein Beitrag von Werner Kolhoff in den Aachener Nachrichten. Der Berliner ist Chefkorrespondent der dortigen Berliner Medien Service GmbH – und er gibt in den AN oftmals die zentralen politische Richtung vor. Er hat im genannten Artikel eine Reihe von politischen Falschaussagen lanciert, die nicht unkommentiert bleiben dürfen:

Behauptung 1: „… übersieht nicht nur die Tatsache, dass mit der Annexion der Krim zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa wieder eine Grenzverschiebung mit Gewalt vorgenommen wurde.“

Richtig ist: Es gab sehr wohlkriegerische  Grenzverschiebungen. Der Jugoslawien/Kosovo-Krieg 1999 war ein Krieg mitten in Europa! Zuerst wurde der Staat Jugoslawien zerschlagen. Dann wurde einer der Reststaaten (Serbien) militärisch durch die westlichen Staaten gezwungen, einen Teil seines Staatsgebietes abzutrennen. Dort wurde dann ein völlig neues Gebilde „Kosovo“ geschaffen, zuerst als Protektorat und mittlerweile auch als Staat..

Diese war auch der erste deutsche Nachkriegs-Krieg und DER Sündenfall von Rot-Grün!. Vorher galt bis ganz weit ins bürgerliche Lage das Credo: „Nie wieder Krieg von deutschem Boden“. Diese klare rote Linie wurde dann durch den Grünen Josef Fischer geknackt mittels seiner unseriösen Parole eines vermeintlichen Widerspruchs zwischen einer Anti-Kriegsposition und Antifaschismus (1).

Behauptung 2: „… verkennt sie, dass die tiefere Ursache des Konfliktes das Fehlen von Demokratie in Russland ist.“

Richtig ist: Die Ursache des Konflikts in der Ukraine ist die aktive Eingrenzung Russlands durch die NATO.

Behauptung 3 „… Noch nie haben zwei voll entwickelte Demokratien gegeneinander Krieg geführt. Nicht um Gebiete, nicht um Vorherrschaften, nicht um wirtschaftliche Interessen. Nirgendwo.“

Richtig ist: Dieser Satz hat keinen Bezug zum Ukraine-Konflikt. Es gibt dort Aufstände, Putsche und Gebietsabtrennungen. Aber dort wird kein Krieg zwischen zwei Staaten geführt.

Behauptung 4: „… Er [Putin] strebt die Augenhöhe der Konfrontation an, nicht die der Kooperation.“

Richtig ist: Die USA treiben den Konflikt voran; auch deshalb weil dadurch die anders gearteten Interessen der EU konterkariert werden. Die Behauptung ist unabsichtlich teil-richtig: „Augenhöhe anstreben“ ist etwas, was Russland tatsächlich möchte – und was die USA für Russland verhindern will.

Behauptung 5: „… Putins Vorgehen ist .. eine Bedrohung … vielleicht für die ganze Welt.“

Richtig ist: Gerade durch eine – seitens der USA angestrebte – Destabilisierung Russlands würde die Welt unsicherer! So würde eine ungeschützte wirtschaftliche Integration Russlands zu einem Zusammenbruch seiner Wirtschaft führen, wodurch bspw. Russlands Rohstoffe zu einer leichten Beute des Westens würden. Und was ein Zusammenbruch einer Wirtschaft für die Bevölkerung bedeutet, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen.

Anmerkung 1: Ex-Außenminister Josef Fischer: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!'“
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Nachtrag am 25.11.

In den AN vom 25.11.14 gab es eine (fast) komplette Seite mit Leserbriefen zum hier besprochenen Artikel.Ausser dem hier dokumentierten Text waren weitere Neun von Zehn ebenfalls sehr kritisch.

Wie kann man das interpretieren? Verfängt die kriegstreibende Berichterstattung der AN bei den Lesern nicht?Gab es keine anderen Leserbriefe zu dem Text oder hat die AN diesmal – warum auch immer – eine besondere Auswahl getroffen?


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