Wie sich die SPD auch die letzten Sympathien zerstört

11. Oktober 2018 | Veröffentlicht von

Oder ein Lehrbeispiele für die fundamentalen Unterschiede zwischen der Führung der Arbeiterklasse und den Menschen die eine Zukunft wollen – also allen Vernünftigen!

  1. Für viele ‚postmodern‘, ‚postsozialistisch‘, ‚post-irgendwas“, …denkenden Menschen gilt mittlerweile als gesetzt, dass es gar keine Arbeiterklasse mehr gibt.
  2. Alle wirklich politisch denkenden ‚Linke‘ – also viel mehr als nur die der „Partei die LINKE“ – sehen dagegen, dass es sehr wohl noch „die Arbeiterklasse“ (AK) gibt, dass diese aber anders aussieht, als wir sie kannten; also nicht mehr so wie in der teils romantisierenden Beschreibung der klassischen Massenarmeen von Arbeitern zur Zeit der fordistischen Arbeitsorganisation (Arbeit 1.0) Anfang bis Mitte der 19-hunderter Jahre.
  3. Innerhalb dieser Gruppe der wirklichen „Linken“ gibt es aber eine heftige Differenz bei der Frage, ob diese Arbeiterklasse als Klasse immer noch als Klasse kampffähig – mindestens aber handlungsfähig ist, oder ob es dafür mittlerweile sinnvollerer/bessere gesellschaftliche Zusammenschlüsse gibt.
  4. Die These lautet, dass die Umweltbewegung ist. Diese kämpft um Fragen, die die normalen Menschen fundamental betreffen – wobei diese „normalen Menschen“ ja den absolut überwiegenden Teil die Arbeiterklasse darstellen.
  5. Und immer häufiger sehen wir Widersprüche zwischen den organisierten Interessen der AK seitens DGB&SPD (in Zusammenarbeit mit den Interessen des Kapitals) auf der einen Seite und

Städteregionssitzung 18.10.2018 (PDF)Jetzt haben wir in Aachen ein schaurig-klares Beispiel in absoluter Reinform dafür, dass die Arbeiterklasse – soweit sie sich in der Führung der Gewerkschaften oder der SPD widerspiegelt – völlig unfähig ist, sich den modernen Forderungen der normalen Menschen zu stellen. Und dass sie dadurch in einen kompletten Gegensatz zu den Interessen der normalen Menschen gerät.

 

2018_0406_Anlage1

2018_0406_Anlage2

Das Ausgangsbeispiel ist der Konflikt um die Braunkohle und im Konkreten der Kampf um den Hambacher Wald. Da hatte die Spd&der DGB sich eindeutig positioniert und dadurch in den kompletten Gegenposition zu allem was jungklug und vernünftig ist. Die politische Kontroverse hat dann letztlich zu der riesigen Demonstration der 50-70 Tausend am 6.10.18 geführt. Wobei es kurzfristig schien, dass es zu einem riesigen gewalttätigen Konfrontation kommen würde; worauf dann aber in den letzten 24 Stunden seitens der Herrschenden die Notbremse gezogen wurde und die Massenbewegung durch große Zugeständnisse seitens der Herrschenden wieder entspannt wurde.

SPD-Resolution der StädteRegion Aachen zum Revier-Appell der IG BCE und der Gewerkschaft ver.diVier Tage nach dieser Zugespitzten Situation gab es nun eine Ratssitzung der Städteregion Aachen, in der Anträge behandelt werden müssen, die VOR der Show-down seitens SPD, Verdi und IG-BC gestellt wurden. Und wohlgemerkt für unsere Trotzkisten (!), dass waren Anträge unterster bis mittlerer Organisationseinheiten, also keineswegs der Top-Ebenen. Es ist also NICHT nur die DGB-SPD-Verdi-Führung, sondern mindestens ab der ersten Funktionärsebene, wo die staatshörigkeit und die Zusammenarbeit mit dem Kapital beginnt!